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BÖRSE
Hans-Jürgen Leersch
Wirecard-Pleite wird untersucht

Der Bundestag hat am Donnerstag den gemeinsamen Antrag von FDP, Linken und Grünen zur Einsetzung des 3. Untersuchungsausschusses der 19. Wahlperiode (Wirecard) (19/22240) in der vom Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung geänderten Fassung (19/22996) angenommen. Die Oppositionsfraktionen stimmten für den Antrag in der Ausschussfassung, CDU/CSU und SPD enthielten sich. Der Untersuchungsausschuss wird nicht - wie ursprünglich beantragt - 18, sondern nur neun Mitglieder haben. Zudem wurde in Teilen der Untersuchungsauftrag präzisiert. Der Untersuchungsausschuss soll aufklären, inwiefern die Bundesregierung und ihre Geschäftsbereichsbehörden jeweils über die Vorkommnisse beim insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard informiert gewesen sind und inwiefern sie ihren Pflichten zur Finanz-, Geldwäsche und Steueraufsicht im Hinblick auf den Konzern nachkamen. Untersucht werden soll auch, ob und wie sich die Bundesregierung für Belange des Wirecard-Konzerns im In- und Ausland eingesetzt hat. Zum Untersuchungsauftrag gehört auch, ob die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) etwaiges strafbares und/oder manipulatives Handeln erkannt hat oder früher hätte erkennen müssen. Der Wirecard-Zusammenbruch gilt als größter Börsenskandal der deutschen Nachkriegszeit. Im Unternehmen selbst dürften durch falsche Bilanzen knapp zwei Milliarden Euro fehlen, die Aktionäre und Anleihengläubiger verloren über 20 Milliarden Euro. .

Aus Politik und Zeitgeschichte

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