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Gedenken
Lisa Brüßler
Tafel für die Reichstagsbabys

Der Deutsche Bundestag erinnert seit dem 16. Oktober 2020, mit einer Tafel (siehe Foto) an die sogenannten Reichstagsbabys. Im Untergeschoss des Ostflügels im Reichstagsgebäude wird über die Kinder informiert, die während des Zweiten Weltkrieges in den letzten Kriegsjahren unterhalb des Plenarsaals zur Welt kamen und in deren Geburtsurkunde als Geburtsort das Reichstagsgebäude vermerkt ist. Historiker schätzen, dass dort während der letzten zwei Kriegsjahre zwischen 60 und 80 Personen zur Welt gekommen sind. Es wird vermutet, dass sich der Schutzraum, der für 204 Kinder und 39 werdende Mütter ausgelegt war, neben Heizungs,-, Lüftungs- und Versorgungsräumen befand. Neben dem Schutzraum diente der Keller des Gebäudes auch als Kohlenkeller und Produktionsstätte der AEG für Funkröhren.

Zurück geht die Initiative für die Tafel auf Mareile Van der Wyst: Die in Großbeeren bei Berlin wohnende 76-Jährige ist selbst ein Reichstagsbaby. Zusammen mit 14 weiteren war sie vom Deutschen Bundestag am 8. September 2019 in den Reichstag eingeladen worden. Dort hatte sie im Namen der Reichstagsbabys gegenüber Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) eine Gedenktafel im Reichstagsgebäude vorgeschlagen. Dieser versprach: "Wir werden etwas in der Richtung machen." Versprechen eingelöst.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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