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Katja Weber
Kampf für Freiheit und Demokratie

AUSSTELLUNG Eröffnung der polnischen Solidarnosc-Ausstellung im Bundestag

Als im August 1980 Werftarbeiter in Polen gegen die Erhöhung der Fleischpreise auf die Straße gingen, ahnten sie nicht, welch riesige Bewegung sie auslösen würden. Geplant war ein zweitägiger Streik, letztlich entstand daraus in Danzig der erste unabhängige Gewerkschaftsbund in den kommunistischen Staaten Osteuropas, die Solidarnosc.

Der Solidarnosc, zu deutsch Solidarität, gehörten bereits im Frühjahr 1981 neun Millionen Arbeiter und Angestellte an. Neben ihrem Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und Lebensmittelversorgung setzten sich die Mitglieder auch für mehr Freiheit in dem kommunistisch geführten Staat ein und wirkten entscheidend an dem politischen Umbruch im Jahr 1989 mit. Mit großen Hoffnungen strömten die Menschen damals in die neue Gewerkschaft, deren Symbolfigur Lech Walesa wurde. Die Gespräche der Vertreter der Bewegung und der Regierung am "Runden Tisch" führten zu den ersten freien Wahlen in Polen 1989.

Anlässlich des 20. Jahrestages der Wende in Polen präsentiert der Deutsche Bundestag vom 27. Mai bis 17. Juni die Ausstellung "Friedliche Revolution - Weg zur Freiheit". Die multimediale Ausstellung zeigt die dramatische Geschichte der gewerkschaftlichen Bewegung und die Entwicklung der friedlichen Revolution.

Das Konzept der Ausstellung entwickelte das Europäische Zentrum der Solidarität. Beauftragt wurde es von Bronislaw Komorowski, dem polnischen Präsidentspräsidenten. Parallel zur Austellung findet am 16. und 17. Juni eine deutsch-polnische Präsidiumssitzung statt. Aus diesem Anlass werden eine Solidarnosc-Gedenktafel enthüllt und ein Stück Danziger Werftmauer, die symbolisch für die ersten streikenden Werftarbeiter steht, an den Bundestag übergeben.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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