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Kurz rezensiert
Sabine Pamperrien
Angelesen

Der Titel "Die Alpha-Journalisten" fand 2007 in den Medien so breite Beachtung, dass sich der Begriff im deutschen Sprachgebrauch etablierte. Portraitiert wurden 30 namhafte Journalisten von 30 weiteren illustren Autoren. Angesichts des Erfolgs dieses Namedropping mag man den Herausgebern den Nachklapp nicht verübeln. 20 Portraits von Online-Journalisten sind es nun. Die Auswahl erscheint etwas willkürlich und fast so, als sei es schwer gewesen, geeignete Protagonisten zu finden. Investigative Journalisten kommen nicht vor, dafür die Leiter der Online-Ausgaben großer Printmarken und bekannte Blogger. Die gute Erkenntnis findet sich im Essay von Thomas Schuler, der belegt, dass Qualitätsjournalismus sich eher nicht am Bekanntheitsgrad der Akteure misst, sondern an der Seriosität der Berichterstattung.

Lesenswert sind die Passagen der Einleitung, in denen der Stand der wissenschaftlichen Diskussion über Online-Journalismus referiert wird. Haften bleibt, dass die "digitalen Leitwölfe" recht grau sind. Negativ fällt an den Portraits die unkritische Haltung vieler Autoren auf.

Stephan Weichert, Christian Zabel (Hg.):

Die Alpha- journalisten 2.0. Deutschlands neue Wortführer im Porträt.

Halem Verlag, Köln 2009; 278 S., 19,80 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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