Inhalt

Kurz rezensiert
Claudia Heine
Angelesen

Sind Frauenbewegung und Feminismus nicht dasselbe? Diese Frage werden sich wahrscheinlich vor allem jene Leser stellen, die das Thema eher am Rande interessiert. Oder jene, für die Frauenrechte unwichtig sind oder mit Männerfeindlichkeit assoziiert werden. Um sich von solch verengten Fragestellungen zu lösen, ist es manchmal besser, nicht nur in die 1970er Jahre, sondern weiter in die Geschichte zurückzuschauen.

Dafür genehmigt sich Ute Gerhard gerade einmal 120 Seiten in dem ohnehin kleinen Format der Reihe "Wissen" des Beck Verlages. Diese Reihe kann nicht mehr leisten, als einen Einstieg in ein Thema zu bieten. Die Soziologin Ute Gerhard tut dies ohne erhobenen Zeigefinger und dennoch klar positioniert. Beginnend mit der Französischen Revolution 1789 über die öffentliche Rolle von Frauen während der 1848er-Revolution bis zur "neuen Frauenbewegung" bietet die Lektüre einen differenzierten Überblick. An dessen Ende erfährt man eine Menge über die Vielschichtigkeit des Kampfes für Frauenrechte, der mit der Erstreitung grundlegender staatsbürgerlicher Rechte begann und nicht mit der Frage der Kinderbetreuungsplätze. Und darüber, dass die Begriffe Frauenbewegung und Feminismus nicht unbedingt dasselbe meinen.

Ute Gerhard:

Frauenbewegung und Feminismus. Eine Geschichte seit 1789.

Verlag C.H. Beck, München 2009; 128 S., 8,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2021 Deutscher Bundestag