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Michaela Hoffmann
Die Zeitarbeit boomt

Unterrichtung Zuwachs in mittleren und großen Betrieben

Die Zeitarbeit hat in den vergangenen Jahren weiter an Bedeutung gewonnen. Das zeigt der 11. Bericht der Bundesregierung über Erfahrungen bei der Anwendung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes, der nun als Unterrichtung (17/464) vorliegt.

Die Zahl der Verleihbetriebe ist demnach in den Jahren von 2004 bis 2008 um 143 Prozent gestiegen, die Zahl der Zeitarbeitnehmer hat sich ausgehend von 385.000 im Jahresdurchschnitt 2004 bis auf 760.000 im Jahresdurchschnitt 2008 erhöht und damit nahezu verdoppelt. Insbesondere mittlere und große Betriebe nutzten den Angaben zufolge Zeitarbeit deutlich häufiger und intensiver als noch vier Jahre zuvor.

Der Anteil der Zeitarbeiter an der Gesamtbeschäftigtenzahl betrug laut Bericht im Zeitraum 2005 bis 2008 maximal 2,6 Prozent. Gleichwohl sei bereits mehr als jedes neunte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis, das in diesem Zeitraum begründet wurde, ein Zeitarbeitsverhältnis gewesen.

Hohe Flexibilität

Die Entwicklung der Beschäftigungszahlen in der Zeitarbeit spiegele die hohe Flexibilität dieser Beschäftigungsform wider, schreibt die Regierung. Während in wirtschaftlich guten Zeiten überdurchschnittlich viele Beschäftigungsverhältnisse aufgebaut worden seien, komme es in wirtschaftlich schlechten Zeiten schnell zu einem Beschäftigungseinbruch in der Branche. Saisonbereinigt ist die Zahl der Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer laut Bericht bereits im April 2008 gesunken, so dass die Entwicklung der Zeitarbeit als guter Frühindikator der konjunkturellen Entwicklung dienen könne.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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