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Kurz notiert

Der Bund

Die aktuellste Statistik zu den Ausgaben des Staates ist der Kulturfinanzbericht 2008 des Statistischen Bundesamtes. Demzufolge gaben Bund, Länder und Gemeinden im Jahr 2007 gut 8,1 Milliarden Euro für Kultur aus, das entspricht rund 1,6 Prozent ihres Gesamtetats. Der Bund hatte dabei den geringsten Anteil: Er steuerte etwa 13 Prozent der Förderung bei, das waren mehr als eine Milliarde Euro.

Seit 1995 haben sich die Ausgaben allerdings erhöht. Spendierte der Bund 1995 noch 966 Milliarden, waren es 2005 rund 1 Milliarde Euro. Für das Jahr 2010 sind etwa 1,2 Milliarden Euro eingeplant. Der Bund übernimmt vor allem die Förderung, die der gesamtstaatlichen Repräsentation dient. Die Regierung stellt Gelder unter anderem für die Förderung der Hauptstadt zur Verfügung, etwa die Restaurierung der Gebäude auf der Museumsinsel, für den Schutz des kulturellen Erbes und für Auswärtige Kulturpolitik, zum Beispiel die Goethe-Institute.

Die Bundesländer

Laut Kulturfinanzbericht investierten die Länder im Jahr 2005 - dem damals aktuellsten Jahr, für das endgültige Zahlen vorlagen - mehr als 3,3 Milliarden Euro. Das waren rund 42 Prozent der staatlichen Ausgaben (Bund, Länder und Gemeinden) und entsprach 40,60 Euro pro Einwohner. Die höchste Summe der Flächenländer investierte Bayern mit 465 Millionen Euro, die niedrigste Summe das Saarland mit 37,8 Millionen Euro. Von den Stadtstaaten investierte Berlin mit mehr als 498 Millionen Euro am meisten.

Umgerechnet auf die Einwohnerzahl stellt sich die Situation in den Bundesländern wie folgt dar: Hier lag der Freistaat Sachsen 2005 mit 155,40 Euro pro Kopf vorn, das Schlusslicht bildete das Saarland mit 50,10 Euro. Aufgeteilt in Sparten, wurden vor allem die Bereiche Denkmalschutz und -pflege (62 Prozent) sowie Kunsthochschulen (96 Prozent) überwiegend von den Bundesländern finanziert.

Die Gemeinden

Die Gemeinden trugen im Jahr 2005 den größten Anteil der öffentlicher Ausgaben für Theater und Musik sowie für Bibliotheken. Die Höhe der Zuschüsse schwankt, unter anderem weil sie auch von den Einnahmen, etwa durch Theateraufführungen, abhängig ist. Die Kommunen übernahmen 2005 über 44 Prozent der staatlichen Kulturausgaben; mehr als 3,6 Milliarden Euro.

An der Spitze liegen bayerische Gemeinden mit gut 518 Millionen Euro, das Schlusslicht bilden Kommunen des Saarlands mit fast 15 Millionen Euro. Rund ein Fünftel der Ausgaben entfiel auf die elf Städte, die mehr als 500.000 Einwohner haben und nicht zu den Stadtstaaten gehören. Diese stellten 2005 für Kultur 122,32 Euro je Einwohner aus allgemeinen Haushaltsmitteln bereit. Bei Gemeinden mit 10.000 bis 20.000 Bürgern sind die Investitionen naturgemäß niedriger: Sie lagen bei 15,65 Euro pro Kopf. Verteilt auf alle Kommunen ergibt sich ein Durchschnitt von 45,07 Euro je Einwohner.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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