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Hans-Jürgen Leersch
Fünf Milliarden Geldscheine verbrannt

FINANZEN Beschädigte und unbrauchbare Noten werden erneuert - wieder größere Probleme mit Falschgeld

Pecunia non olet (Geld stinkt nicht), heißt eine lateinische Redewendung. Aber es kann beschädigt und unbrauchbar werden. Automaten verweigern dann die Annahme, und schließlich müssen die alten Scheine verbrannt und die Münzen vernichtet werden. Seit Einführung des Euro-Bargeldes im Jahr 2002 wurden in Deutschland mehr als fünf Milliarden Banknoten aussortiert, teilte die Bundesregierung auf die Frage des Abgeordneten Frank Schäffler (FDP) jetzt mit (17/584). Allein im vergangenen Jahr mussten 813 Millionen Noten aus dem Verkehr gezogen werden. Und schon im ersten Euro-Jahr 2002 waren es rund 139 Millionen.

Schäden an Münzen

Münzen halten sich besser als das Papiergeld. Rund 110 Millionen Euro Münzen wurden seit 2002 aus dem Verkehr gezogen. 2009 waren es nach Angaben der Bundesregierung 23,3 Millionen Münzen und bereits im ersten Euro-Jahr 2002 immerhin 4,8 Millionen Stück. Insgesamt sind in Deutschland nach Angaben der Bundesbank 743 Milliarden Euro als Bargeld im Umlauf.

Zu einem seit 2007 wieder größeren Problem gehört die Geldfälschung. Zwar war zur Einführung der Euro-Währung versprochen worden, die Scheine seien weitgehend fälschungssicher, doch hatte man den Einfallsreichtum professioneller Fälscher offenbar unterschätzt. Seit Euro-Einführung habe die Bundesbank 400.000 falsche Noten registriert, teilte die Bundesregierung Schäffler in der Antwort mit. Die Polizei habe darüber hinaus 110.000 falsche Noten sicherstellen können, ehe sie in den deutschen Zahlungsverkehr gelangen konnten.

Nach Einführung der Euro-Währung war es zu einem sprunghaften Anstieg der Fälschungszahlen gekommen. Ihren Höhepunkt erreichten sie 2004 mit 81.000 gefälschten Noten, fielen dann aber bis 2007 auf 40.000 Noten. Seitdem steigen die Zahlen langsam wieder an. 2007 wurden 41.000 falsche Noten registriert, 2009 bereits 52.500. Zwar würden die Fälschungszahlen steigen, aber der damit verbundene Schaden sei rückläufig, da die Fälscher weniger hohe Nennwerte verbreiten würden, so die Regierung. Am häufigsten werde versucht, den 50-Euro-Schein zu fälschen. Die Zahl der gefälschten Münzen halte sich seit 2007 mit rund 80.000 Stück jährlich auf konstantem Niveau. Das meiste Falschgeld werde im Ausland hergestellt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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