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Monika Pilath
Zurück im Paradies

Tourismus Die Folgen des Tsunamis sind ausgestanden. Nicht zuletzt dank deutscher Hilfe

Die Lage in den vom Tsunami betroffenen Tourismusregionen hat sich fünf Jahre nach der Katastrophe weitgehend normalisiert. Die Bundesregierung präsentierte am 24. Februar im Tourismusausschuss Zahlen, wonach im Jahr 2008 in Thailand, auf den Malediven, in Indien und in Indonesien sogar mehr ausländische Touristen gewesen seien als vor dem Seebeben im Indischen Ozean im Dezember 2004. Lediglich Sri Lanka hängt dem Bericht zufolge noch etwas zurück.

Frühwarnsystem

Die Abgeordneten interessierten sich dafür, wie sicher Urlauber und Einheimische bei einem ähnlichen Ereignis heute wären. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbands (DRV), Hans-Gustav Koch, wies vor allem auf das Tsunami-Frühwarnsystem hin, das Mitte des Jahres fertiggestellt sein soll. Die Regierung erläuterte, das System sei unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung "in der geologisch kritischten Zone des Indischen Ozeans, dem Sunda-Bogen in Indonesien" installiert worden. Insgesamt seien in das Projekt 55 Millionen Euro aus Bundesmitteln geflossen. Auf Nachfragen der Union unterstrich Koch, die Reiseveranstalter seien mit dem Wiederaufbau im Tourismusbereich insbesondere in Thailand "sehr zufrieden".

Koch fügte hinzu, dass die Hotels in den Ferienregionen Bali, Thailand und Sri Lanka heute besser auf eine ähnliche Katastrophe vorbereitet seien. Unter anderem gebe es einen so genannten SMS-Assist. Reisende, die ihre Handy-Nummer hinterlegt hätten, würden bei einer Katastrophe so früh wie möglich gewarnt.

Der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Clemens Graf von Waldburg-Zeil, sagte auf Nachfrage der SPD, der einzige Schutz vor ähnlich verheerenden Auswirkungen wie die des Tsunamis sei eine gute Vorbereitung. Dies betreffe "nicht nur die Animateure in Ferienanlagen, sondern die gesamte Bevölkerung". Der Präsident des Technischen Hilfswerks (THW), Albrecht Broemme, berichtete, dass seine Organisation mit den deutschen Auslandsvertretungen bei der Evakuierung von deutschen Staatsangehörigen zusammenarbeite. Auf Nachfragen der Linken und der Grünen führte Broemme aus, dass bei Neubauten auf Nachhaltigkeit geachtet worden sei. So hätten die Mitarbeiter etwa Fensterrahmen aus Metall "made in Indonesien" statt aus einheimischen Hölzern verwendet.

Die FDP-Fraktion lobte, dass sich die Tourismuswirtschaft am Wiederaufbau beteiligt habe. Nach Angaben des DRV sind über das Programm "Hilfen ohne Grenzen" 800.000 Euro in elf Projekte vorwiegend auf Sri Lanka geflossen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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