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Götz Hausding
Mit Spaten und Schlüssel

Ausstellung Parlamentarische Schauplätze Deutschlands

Ein überproportionaler Schlüssel, eine prunkvolle Abstimmungsurne und ein Spaten. Das sind nur einige der historischen Ausstellungsexponate, die die neue Dauerausstellung "Deutsche Parlamente im Spiegel der Geschichte", die am 17. März von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) eröffnet wurde, zu bieten hat. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Museum und dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland stellt der Bundestag auf 20 Glastafeln, die sich im Übergang vom Reichstagsgebäude zum Jakob-Kaiser-Haus befinden, parlamentarische Schauplätze Deutschlands vor.

Dass Deutsche Parlamentsgeschichte nicht nur in Parlamentsgebäuden, sondern auch in einer Kirche, einem Theater, einer Oper, einem Museum und einem Wasserwerk geschrieben wurde, erwähnte auch Lammert in seiner Eröffnungsrede. "Das zeigt die Vielfältigkeit des Deutschen Parlamentarismus", sagte er. Die Ausstellung trage zudem der Kritik Rechnung, "dass das umgebaute Reichstagsgebäude ein bisschen zu wenig die geschichtlichen Spuren des Deutschen Parlamentarismus erkennen lässt".

Geschichte der Reichstagskuppel

Diese Spuren finden sich in den ausgestellten Exponaten wieder. In dem Spaten, mit dem Kaiser Wilhelm I. 1884 den Grundstein für den Bau des Reichstagsgebäudes gelegt hat, ebenso wie in der Urne, in der die Stimmzettel für die Wahl des ersten Bundespräsidenten und des ersten Bundeskanzlers 1949 eingesammelt wurden. Dass sich die Bundesrepublik Deutschland noch deutlich vor den Zeiten des Wirtschaftswunders eine solche handgefertigte Urne, in die die Wappen der Bundesländer eingraviert sind, geleistet hat, beeindrucke doch ungemein, sagte Lammert.

Auf die jüngere Vergangenheit bezieht sich dagegen der ausgestellte riesige Schlüssel. Der mit dem Umbau des Reichstagsgebäudes beauftragte britische Architekt Sir Norman Foster hatte diesen "symbolischen Schlüssel" anlässlich der Übergabe des fertig gestellten Gebäudes im April 1999 an den damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) überreicht. Neben Fotografien aus den verschiedenen Bauphasen wird auch die Geschichte des Kuppelbaus ausführlich dargestellt. So wird nochmals deutlich, dass die inzwischen als Wahrzeichen des Parlamentes empfundene Kuppel in dieser Form vom Architekten gar nicht vorgesehen war. Erst mit einer Entscheidung der Baukommission des Bundestages, die mit der Mehrheit von nur einer Stimme zustande kam, wurde Norman Foster schließlich beauftragt, eine Kuppel mit einzuplanen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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