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Kurz rezensiert
Aschot Manutscharjan
Angelesen

"Der Kommunismus ist die helle Zukunft der Menschheit" - dieser Satz begleitete jeden sowjetischen Bürger seit seiner Geburt. Sollte jemand daran zweifeln, landete er in "besseren" Zeiten in der Psychiatrie oder -während des Großen Terrors - in einem der Konzentrationslager des GULag. Schließlich wollte Lenin auch den "passiven Widerstand" brechen.

20 renommierte französische Autoren und zwei deutsche Historiker, Klaus Schroeder und Jochen Staadt vom Forschungsverbund "SED-Staat", haben in 170 Artikeln die jüngsten Erkenntnisse der Kommunismusforschung zusammengetragen. Dabei herausgekommen ist ein gut strukturiertes Wörterbuch, das sowohl die Vielfalt des Kommunismus darstellt als auch das gemeinsame Fundament: die kommunistische Ideologie, die die Menschen und Staaten miteinander verband - angefangen von der jüdischen Sekte der Essener 100 Jahre vor Christi Geburt bis zum trotzkistischen Präsidentschaftskandidaten in Frankreich. Die Autoren beschreiben die historisch-geografischen Räume des Kommunismus und zeigen, wie die Regime ihren Machtanspruch mit Terror durchsetzten.

Stéphane Courtois (Hg.):

Das Handbuch des Kommunismus. Geschichte, Ideen, Köpfe. Piper Verlag, München 2010; 846 S., 49,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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