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Monika Pilath
Besuchermagnet WM

Südafrika Tourismusbranche setzt auf langfristige Effekte

Die deutschen Reiseunternehmen rechnen aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 mit einem deutlichen Plus bei Reisebuchungen nach Südafrika. Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens GfK würden die Reisebüros in den Spielmonaten Juni und Juli Umsatzzuwächse in Höhe von 116 beziehungsweise 92 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten erwarten, sagte Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) am Mittwoch in einer Sitzung des Tourismusausschusses.

Gleichwohl sei die Marktentwicklung "nicht ganz so überragend wie erwartet". Vor und nach der Weltmeisterschaft seien Reisen nach Südafrika in geringerem Maß gebucht worden. "Offensichtlich sind viele Kunden der Meinung, dass dann die Preise zu hoch sind und alles überbucht ist, was aber nicht zutrifft", betonte Schäfer. Allerdings könne die Fußball-WM Südafrikas Image als Reiseland langfristig verbessern. "Erfahrungsgemäß gehen wir davon aus, dass die Fußball-Weltmeisterschaft insbesondere in den Folgesaisons positive Auswirkungen auf den Tourismus des jeweiligen Landes hat", fügte der Leiter Kommunikation beim DRV hinzu.

Fünf Stadionneubauten

Der Botschafter Südafrikas, Sonwabo E. Funde, betonte im Ausschuss, sein Land sei für die WM bereit. Fünf Stadionneubauten seien fertiggestellt, fünf weitere Fußballarenen saniert. Auch die Frage des Transports der Fans von und zu den Stadien sei geklärt. Die Bundesregierung unterstrich in der Sitzung, dass deutsche Unternehmen von der WM profitierten, etwa beim Bau von Stadien. Sie verwies auf Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), wonach deutsche Unternehmen aufgrund der Weltmeisterschaft einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro generiert hätten.

Die Abgeordneten des Tourismusausschusses interessierten sich in ihren Nachfragen vor allem für Sicherheitsaspekte. Botschafter Funde verwies darauf, dass bei zahlreichen Großereignissen und internationalen Konferenzen in den vergangenen Jahren kein Ausländer in Südafrika zu Schaden gekommen sei. Er beklagte sich über die seiner Auffassung nach zu negative Berichterstattung in den Medien. Dieser Einschätzung schloss sich auch Torsten Schäfer an. Er versicherte, die deutschen Reiseveranstalter unternähmen alles, um Reisenden einen sicheren Aufenthalt in Südafrika zu gewährleisten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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