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Kurz notiert

Ist das Säbelrasseln Nordkoreas eine Gefahr für den Weltfrieden? "Das Parlament" hat Mitglieder der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe gefragt:

Stefan Müller, CDU/CSU

Wenn ein Staat mit Atomwaffenpotenzial sich im Säbelrasseln übt, ist das immer ein Alarmzeichen, das man ernst nehmen muss. Die Versenkung der südkoreanische Korvette "Cheonan" im März verschärft die ohnehin bestehenden Spannungen in der Region. Deshalb müssen alle Beteiligten jetzt darauf bedacht sein, zu deeskalieren, so wie es Südkoreas Präsident Lee Myung-bak derzeit versucht. Eine neue Hoffnung für Dialog und Frieden könnte der in Pjöngjang offenbar bevorstehende Machtübergang auf den in Europa ausgebildeten Kim Jong-un sein.

Johannes Pflug, SPD

Die nuklearen Ambitionen Nordkoreas bedrohen die Stabilität und den Frieden in Nordostasien. Die militärische Schlagkraft Nordkoreas, inklusive Atombombe ist aber nicht in der Lage den Weltfrieden zu bedrohen. China und Russland als Nachbarn und die USA, als japanische und südkoreanische Schutzmacht und Verbündeter, würden es niemals zu einem großen Krieg kommen lassen.

Bijan Djir-Sarai, FDP

Die Gefahr eines von Nordkorea initiierten Atomkrieges scheint bisher unwahrscheinlich. Dennoch wäre es fatal, diese zu unterschätzen. Es ist bisher ungewiss, ob es bei den Raketen- und Atomtests im April und Mai letzten Jahres bleiben wird. Niemand kann sicher einschätzen, welche Ziele die nordkoreanische Führung verfolgt. Um zu einer friedlichen Lösung zu gelangen, muss Nordkorea wieder an den Verhandlungstisch zurückgeholt werden. Hierzu muss die internationale Gemeinschaft Geschlossenheit demonstrieren und zeigen, dass sie nicht erpressbar ist.

Thomas Lutze, Die Linke

Jede Weiterverbreitung von Nuklearwaffen stellt eine Gefährdung für den Weltfrieden dar. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie in die Hände von potentiell instabilen Staaten wie Pakistan geraten oder in die Hände von Regimen, die sich einem subjektiven Bedrohungsszenario ausgesetzt sehen, wie dies bei der Demokratischen Volksrepublik Korea der Fall ist. Eine langfristige Lösungsstrategie muss an der Beseitigung solcher Bedrohungsszenarien ansetzen und die nukleare Abrüstung weltweit vorantreiben.

Bärbel Höhn, B'90/Die Grünen

Das nordkoreanische Atomwaffenprogramm gibt Anlass zu großer Sorge. Auch die konventionelle Rüstung wird von der nordkoreanischen Führung vorangetrieben, während sie die elementarsten Bedürfnisse der Bevölkerung vernachlässigt. Das ist eine Tragödie für das Land und eine Gefahr für die Stabilität der Region. Deshalb müssen die diplomatischen Bemühungen im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche wieder aufgenommen werden, mit dem Ziel einer überprüfbaren Einstellung des Atomprogramms.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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