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Jörg Müller-Brandes
Kurz notiert

Begrüßen Sie Irlands Inanspruchnahme des EU-Rettungsschirms?

Gunther Krichbaum, CDU/CSU

Der Euro-Raum ist stark genug, um auch Krisen wie die aktuelle in Irland aufzufangen. Wichtig ist es nun, dass das Land einen strikten Konsolidierungskurs fährt. Meines Erachtens muss Irland aber auch seine Einnahmesituation verbessern. Exorbitant niedrige Unternehmenssteuern passen da nur schwerlich ins Bild.

Eva Högl, SPD

Die Situation in Europa ist dramatisch. Dass Irland jetzt den Rettungsschirm der EU in Anspruch nehmen muss, ist auch der Tatsache geschuldet, dass wir es in Europa versäumt haben, eine koordinierte Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik zu formulieren. Hier brauchen wir für die Zukunft mehr Europa.

Joachim Spatz, FDP

Ich begrüße die Inanspruchnahme des EU-Rettungsschirms durch Irland ausdrücklich. Mit dem damit verbundenen Sparplan beschreitet die irische Regierung einen mutigen Weg. Nun ist entscheidend, dass vor der Genehmigung des Antrags auf Finanzhilfen, alle Voraussetzungen des Euro-Rettungsschirms erfüllt werden.

Alexander Ulrich, Die Linke

Aus meiner Sicht kann es nicht sein, dass wieder die kleinen Leute das nächste Bankenrettungspaket bezahlen sollen. Bei der Lösung der Krise in Irland müssen jetzt endlich diejenigen zur Verantwortung gezogen werden, die von dieser Krise profitiert haben.

Manuel Sarrazin, Grüne

Irland in der Krise zu helfen gehört für mich zum europäischen Selbstverständnis. Die Kredite sind Ausdruck europäischer Solidarität. Aber auch Irland muss jetzt seinen Beitrag leisten und ein sozial ausgewogenes Reformprogramm vorlegen. Die Bundesregierung muss sich endlich für eine einheitliche Bemessungsgrundlage der Körperschaftssteuer einsetzen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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