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Kurz rezenisert
Aschot Manutscharjan
Kurz notiert

Der reißerische Titel des Buches des ARD-Redakteurs Markus Frenzel verursacht düstere Gedanken. Nach der Lektüre kann der Leser jedoch beruhigt aufatmen: Der Vorwurf lautet nicht, die Bundesregierung unterstütze Kriegsverbrecher und verstecke massenhaft Leichen unter dem Kanzleramt. Vielmehr handelt die erste Reportage des Journalisten von einen Rebellenchef im Kongo, der aus seiner Mannheimer Unterkunft heraus den Bürgerkrieg in seiner Heimat steuerte. Diese Geschichte gehört zu den interessanteren Kapiteln des Buches. Die übrigen Teile sind eher langweilig: seitenlang zitiert der Autor aus Presseerklärungen und gibt Telefonate wider.

Im Kern beschäftigt sich Frenzels Buch mit dem Aufenthalt einiger Verbrecher aus Afrika und Usbekistan in Deutschland. Dabei kommt die Entwicklungshilfepolitik nicht gut weg, nicht zuletzt weil sie die Recherchen des Journalisten nur unzureichend unterstützte. Konkret wirft Frenzel der Regierung Merkel Finanzhilfen für Kriegsverbrecher und damit indirekt Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Die Hilfen der rot-grünen Bundesregierung für Fidel Castro, die Volksrepublik China und andere "Demokratien" verschweigt er hingegen. Die Informationen des Journalisten stammen aus Randnotizen eines unbekannten Ministeriumsbeamten zum "Afrika-Konzept der Bundesregierung".

Richtig ist, dass die Zahl der Kriegsverbrechen und der Bürgerkriege in Afrika und Asien unerträglich hoch ist. Richtig ist aber auch, dass für diese Taten nicht Deutschland zur Verantwortung zu ziehen ist.

Markus Frenzel:

Leichen im Keller. Wie Deutschland internationale Kriegsverbrecher unterstützt.

Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011; 434 S., 14,90 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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