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Alexander Weinlein
Klarsfeld tritt gegen Gauck an

BUNDESVERSAMMLUNG

Die Publizistin Beate Klarsfeld wird gegen Joachim Gauck bei der Wahl des neuen Bundespräsidenten am 18. März in Berlin antreten. Der Vorstand der Linkspartei nominierte die 73-Jährige am vergangenen Montag.

Klarsfeld hat sich in der Vergangenheit vor allem als Nazi-Jägerin einen Namen gemacht: Anfang der 1970er Jahre spürte sie zusammen mit ihrem Mann in Bolivien den ehemaligen Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie, auf. Der breiten Öffentlichkeit in Deutschland bekannt wurde sie auch durch die Ohrfeige, die sie 1968 Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) öffentlich verpasste, um dessen einstige NSDAP-Mitgliedschaft anzuprangern.

Rein rechnerisch werden Beate Klarfeld jedoch keine Chancen gegen den von Union, SPD, FDP und Bundnis 90/Die Grünen gemeinsam nominierten Joachim Gauck eingeräumt.

Die Bundesversammlung wird sich aus 1.240 Delegierten - 620 Bundestagsabgeordneten und 620 Vertretern aus den Bundesländern - zusammensetzen. Wegen der teilweise sehr knappen Mehrheitsverhältnisse in den Landtagen steht noch nicht endgültig fest, wieviele Vertreter die Parteien entsenden werden. In einigen Fällen wird das Los entscheiden.

CDU und CSU werden mit voraussichtlich 487 bis 490 Delegierten in der Bundesversammlung vertreten sein, die SPD mit 328 oder 329, die FDP mit 136 und die Grünen mit 146 bis 147. Die Linkspartei kann 124 bis 125 Delegierten entsenden.

Weitere 16 Mitglieder der Bundesversammlung werden von kleineren, nur in den Landtagen vertretenen Parteien entsandt, darunter die rechtsextreme NPD in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, die Freien Wähler in Bayern und die Piratenpartei in Berlin.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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