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VOR 25 JAHREN ...
Benjamin Stahl
Gruß von Frau Mustermann

1. April 1987: Neuer Personalausweis

Im November 2010 kam der Personalausweis im digitalen Zeitalter an: Das Dokument - nun im Scheckkartenformat - hat einen integrierten Chip, auf dem persönliche Daten gespeichert sind, und verfügt über Online-Funktionen, die vor allem den Datenaustausch zwischen Bürgern und Behörden über das Internet erleichtern sollen. Dass solche Neuerungen Datenschützer auf den Plan rufen, überrascht nicht. Schon vor 25 Jahren, bei der Einführung der nun abgelösten Ausweis-Version, fürchteten Kritiker den gläsernen Bürger.

Am 1. April 1987 hatte die Aufforderung "Papiere bitte!" ausgedient: An diesem Tag begannen die Einwohnermeldeämter in der Bundesrepublik mit der Ausgabe des neuen Personalausweises, der nun eine 74 mal 105 Millimeter große Plastikkarte war - und maschinenlesbar. Sinn der Maschinenlesbarkeit war, dass beim Grenzübertritt oder bei Polizeikontrollen blitzschnell Fahndungsdateien abgefragt werden konnten. Während viele Bundesbürger dadurch eine stärkere Überwachung ihrer Person durch den Staat kommen sahen, beruhigte Innenminister Friedrich Zimmermann (CSU), "nur Kriminelle" müssten den neuen Ausweis fürchten. Dennoch beantragten in den Wochen vor der Umstellung auf die grüne Plastikkarte viele noch einmal das graue Ausweisheft aus Papier, das dann bis 1992 gültig war.

Übrigens: Mit dem neuen Ausweis erblickte auch eine gewisse Erika Mustermann das Licht der Welt - die Frau also, die auf den Ausweismustern der Bundesdruckerei zu sehen ist. Auch bei der bisher letzten Umstellung 2010 war sie mit dabei.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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