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Alexander Weinlein
Kurz notiert

"Es gibt nichts Gutes außer man tut es" - "tue Gutes und rede darüber". Diese beiden Maximen haben die kanadische Journalistin Emily Hunter und die "Öko-Krieger", die sie in ihrem gleichnamigen Buch vorstellt, beherzigt. Ihr Buch ist weniger eine journalistisch-kritische Auseinandersetzung mit den Umweltaktivisten unserer Tage als vielmehr ein klar positioniertes Manifest - und zugleich eine Hommage an ihren im Jahr 2005 verstorbenen Vater Robert Hunter. Er gehörte zu den Mitbegründern der Umweltorganisation Greenpeace.

Emily Hunter porträtiert die 19 jungen "Öko-Krieger" nicht selbst, sondern lässt diese ihre Sicht der Dinge und ihren Kampf für die Umwelt gleich selbst vortragen. Und die tun dies mit Feuer im Herzen. Lesenswert sind die Geschichten der Protagonisten, die den Leser um den gesamten Erdball führen. Sie erzählen vom Engagement gegen das Abschlachten von Robben an Kanadas Küsten, vom Kampf gegen japanische Walfänger im Südpolarmeer oder vom Streiten um den Schutz des tasmanischen Urwalds. Der Begriff "Öko-Krieger" ist bewusst gewählt, denn die jungen Aktivisten sehen sich in einem Krieg gegen die Ausbeutung des Planeten. Sie scheuen auch nicht vor Aktionen zurück, die ihnen Ärger mit Behörden, mitunter Geld- oder gar Gefängnisstrafen einhandeln. Die Aktivisten der Umweltorganisation Sea Shepherd riskieren bei ihren Aktionen gegen die japanische Walfangflotte auch das eigene Leben.

Hunter erkennt in ihnen eine "neue Generation", die sich von der Umweltbewegung der 1970er Jahre deutlich unterscheide. Ihre Taktiken wie ihre Stimmen seien sehr unterschiedlich. Eines hat sich aber nicht verändert - die Vorliebe, Weltuntergangsszenarien zu beschwören. "Eines Tages in nicht allzu ferner Zukunft werden wir am Rand des Abgrunds stehen", schreibt Hunter. Das kommt vertraut vor. Mit Blick auf Atomkatastrophen wie in Tschernobyl oder zuletzt in Fukushima sind sie solche Prophezeiungen verständlich. Allerdings stumpfen sie mit der Zeit auch ab.

Emily Hunter:

Öko-Krieger Eine neue Generation kämpft für unseren Planeten.

Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 2012; 312 S., 8,99 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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