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ORTSTERMIN: Preisträger des Europäischen Schülerwettbewerbes zu Gast
Linda Dietze
Kommunikation ist Schlüssel für Miteinander

Es war lebhaft, die Thematik sorgte für Zündstoff, manch einer der Schüler verstand die Welt nicht mehr - denn auf dem Podium konnte man die Spannungen zwischen den Fraktionen förmlich knistern hören. "Ich finde es sehr schade, dass hier so große Rivalität herrscht, denn eigentlich soll es hier darum gehen, unsere Fragen zu beantworten", machte die Schülerin Johanna mutig deutlich.

Die Teilnehmer des 59. Europäischen Schülerwettbewerbes diskutierten am vergangenen Freitag mit Abgeordneten der Deutschen Bundestages über Solidarität zwischen Jung und Alt. Seit 1953 dreht sich bei diesem ältesten deutschen Schülerwettbewerb alles um Themen, die Europa bewegen. Den Schülern, die sich zuvor monatelang im Rahmen des Wettbewerbes mit dem Thema des aktiven Alterns befasst hatten, brannten Dutzende Fragen unter den Nägeln.

"Unsere Gesellschaft wird pro Jahr drei Monate älter. Sie sprechen von früherem Renteneintritt und mehr Geld. Wie wollen Sie das finanzieren?", fragte zum Beispiel Lucas die Abgeordnete Heidrun Dittrich (Die Linke). Die sprach von einer Umverteilung von oben nach unten. Die Schüler, viele von ihnen werden bei der anstehenden Bundestagswahl im kommenden Jahr erstmals wählen dürfen, wollten jedoch nicht die parteipolitischen Forderungen hören - sie wollten Antworten auf ihre Fragen. Die 25 Preisträger des Schülerwettbewerbes waren am Donnerstag von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) im Deutschen Bundestag empfangen worden. Sie konnten vier Tage lang in das politische und gesellschaftliche Geschehen der Hauptstadt eintauchten, erlebten engagierte Debatten in einer Plenarsitzung und besuchten ein Mehrgenerationenhaus in Berlin. Immer wieder stand dabei die Frage des Umgangs der Generationen im Mittelpunkt. "Nur wenn man Alt und Jung miteinander verbinden kann, wird man auch Europa verbinden können", sagte Schülerin Melina. Sie hat eine Zeitschrift angefertigt, mit dieser solle der Spagat zwischen den Generationen gemeistert werden.

Die Abgeordnete Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen) unterstrich in dem Gespräch mit den Schülern , dass es ein Haltungsproblem gegenüber älteren Generationen gebe. Ältere würden oft als bedürftig angesehen, dabei können sie noch sehr viel in die Gesellschaft einbringen. Hier müsse es ein Umdenken geben, sagte Rößner. Christian kann dies nur bestätigen. Denn sein Beitragsthema trägt den Titel "Comeback der Alten". "Ältere Menschen haben mehr Erfahrung - von der auch wir Jüngeren profitieren können", machte der Schüler deutlich. Ein entscheidender Punkt sei dabei jedoch, dass sich Jung und Alt auch im Alltag begegnen.

Dafür seien Mehrgenerationenhäuser "Leuchttürme", sagte Markus Grübel (CDU). Dass die Generationen heute eher getrennt leben und wohnen, sei nicht natürlich. "Das sind wir nicht gewohnt. Das Zusammenleben tut uns gut", so der Abgeordnete und fügt hinzu: "In Kommunikation liegt oft der Schlüssel für ein Miteinander." Und dies galt auch für das Schülergespräch mit den Abgeordneten. Schließlich trafen auch hier die Generationen aufeinander.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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