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Alexander Weinlein
Wanka folgt auf Schavan

KABINETT Gauck ernennt neue Bildungsministerin

Die 61-jährige Christdemokratin Johanna Wanka wird am Mittwoch vor dem Bundestag ihren Amtseid als neue Bundesministerin für Bildung und Forschung ablegen. Die frühere niedersächsische Wissenschaftsministerin im Kabinett von Ministerpräsident David McAllister (CDU) folgt auf Annette Schavan (CDU), die nach der Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf als Ministerin zurückgetreten war.

Am vergangenen Donnerstag erhielt Wanka in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Ernennungsurkunde aus den Händen von Bundespräsident Joachim Gauck. Er hatte zuvor Schavan die Entlassungsurkunde überreicht und ihr für ihre siebenjährige Amtszeit im Bundeskabinett gedankt. Schavan sei als Ministerin parteiübergreifend anerkannt gewesen und werde wegen ihres bescheidenen und souveränen Auftreten geschätzt. "Ihr Einsatz hat die Wissenschaft gestärkt", sagte Gauck.

Der Bundespräsident verwies ausdrücklich auf die ostdeutsche Herkunft Wankas, die sie mit Angela Merkel und ihm teile.

Johanna Wanka wurde 1951 im sächsischen Rosenfeld bei Torgau geboren. Ihr Mathematik-Studium schloss sie 1974 an der Universität mit dem Diplom ab. Anschließend war sie als wissenschaftliche Assistentin an der Technischen Hochschule Merseburg tätig, an der sie 1980 promovierte und die sie von 1994 bis 2000 als Rektorin leitete.

Im Wendejahr 1989 gehörte Wanka zu den Gründungsmitgliedern des Neuen Forums in Merseburg. Von 2000 bis 2009 war sie Wissenschafts- und Kultusministerin in Brandenburg, 2010 wechselte sie in gleicher Funktion in die niedersächsische Landesregierung.

Chancengleichheit

Ausdrücklich dankte Johanna Wanka in einem kurzen Erklärung vor der Presse ihrer Vorgängerin Annette Schavan: "Sie hat etwas geschaffen, was bleibt." Wanka kündigte an, sich in der Bildungspolitik besonders für die Chancengleichheit einzusetzen. Nicht nur Begabte, sondern auch Benachteiligte müssten gefördert werden. "Eine reiche Nation wie Deutschland muss es ermöglichen, dass jemand unabhängig von seiner Herkunft maximale Chancen der Entwicklung hat", sagte Wanka. Die Ministerin will sich am Donnerstag in der Bundespressekonferenz ausführlich über ihre Vorhaben in den kommenden sieben Monaten bis zur Bundestagswahl äußern.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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