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Alexander Heinrich
Kurz notiert

Niere, Leber und Herz werden am häufigsten eingesetzt

Seit der ersten Nierenübertragung vor 50 Jahren im damaligen Berliner Klinikum Charlottenburg sind in Deutschland mehr als 100.000 Organe transplantiert worden.

Den Hauptanteil macht dabei die Übertragung von Nieren aus: 2011 wurden nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 2.055 Nieren nach postmortaler Organspende und 795 nach einer Lebendspende transplantiert. Demgegenüber standen im gleichen Zeitraum jedoch knapp 8.000 Nieren-Patienten auf der aktiven Warteliste.

Den zweitgrößten Anteil macht die Transplantation der Leber aus: mehr als Tausend Patienten erhalten dadurch pro Jahr die Chance auf ein längeres Leben. Rund 1.800 Patienten wurden für eine Lebertransplantation neuangemeldet. Und auch bei der Transplantation des menschlichen Herzens liegt das Verhältnis zwischen Neuanmeldungen und Operierten etwa bei 2:1. So wurden laut DSO im Jahr 2011 in Deutschland 366 Herztransplantationen in 22 Kliniken durchgeführt, 695 Patienten wurden im gleichen Zeitraum zur Transplantation angemeldet.

Versorgung in 47 Transplantationszentren

Einige der 47 von der Deutschen Stiftung Organspende gelisteten Transplantationszentren in Deutschland bieten das ganze Spektrum: So werden zum Beispiel in den Universitätskliniken in Kiel, Münster, Köln, Jena und Frankfurt am Main Transplantationen von Niere, Leber, Herz aber auch von Lunge, Pankreas und Dünndarm vorgenommen. Andere Einrichtungen konzentrieren sich auf die Übertragung von Herz und Lunge - wie zum Beispiel das Deutsche Herzzentrum Berlin, die Herzzentren in Dresden und Leipzig und die Kerkhoff Klinik in Bad Nauheim. Zu den größten Zentren gehören die Berliner Charité und Medizinische Hochschule Hannover.

Sinkende Spendebereitschaft nach Skandalen

Die Zahl der Spender lag laut DSO im Jahre 2011 bei 14,7 pro eine Million Einwohner, wobei die Zahlen zwischen den Bundesländern teils erheblich auseinandergehen: Am höchsten fiel die Zahl im Stadtstaat Bremen mit 32 Spendern pro eine Million Einwohner aus, gefolgt von Thüringen (24), Mecklenburg-Vorpommern (21). Die wenigsten gab es in Baden-Württemberg mit elf Organspendern pro eine Million Einwohner. Nach Bekanntwerden der Manipulationen an einigen Transplantationszentren im Jahre 2012 ging die Zahl der Organspenden auf 12,8 Spender zurück. Die Zahl der Organspenden ist damit laut DSO auf den niedrigsten Stand seit 2002 gesunken.

Spanien und Kroatien
liegen vorn

Deutschland liegt im Rahmen von "Eurotransplant" eher hinten: In Kroatien gab es 2011 rund 34 Organspender pro eine Million Einwohner, gefolgt von Belgien mit 29 und Österreich mit 23. Noch größer wird die Schere mit einem Blick auf die Länder der gesamten EU: Hier führte laut EU-Kommission 2011 Spanien mit 35 Organspendern pro eine Million Einwohner. Das Schlusslicht bildet Bulgarien mit statistisch gesehen weniger als einem Spender. ahe z

Aus Politik und Zeitgeschichte

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