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Annette Sach
Kurz notiert

Kennzeichnend für das politische System in Deutschland ist die Konzentration auf einige wenige Parteien. Derzeit sind in den Fraktionen im Bundestag folgende Parteien vertreten:

Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 in Berlin und im Rheinland gegründet, Mit der deutschen Teilung zerfiel sie in eine West- und Ost-CDU. Beide Parteien vereinigten sich 1990 zur gesamtdeutschen CDU Deutschlands. Die Partei versteht sich als interkonfessionelle Volkspartei unter Betonung christlicher Werte. Sie setzt sich für die soziale Marktwirtschaft, ein vereintes Europa und die transatlantische Allianz ein. Die Partei verzeichnete Ende 2012 bundesweit rund 476.000 Mitglieder.

Die Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) entstand 1946 vorwiegend aus Anhängern der früheren Bayerischen Volkspartei (BVP). Die CSU versteht sich als konservative, liberale und soziale Partei - und kandidiert nur in Bayern. Zwar gilt sie insgesamt als konservativer als die CDU, zeigt aber in wirtschafts-, sozialpolitischen und kulturpolitischen Fragen ein hohes Maß an Übereinstimmung. Die CSU verfügt über 148.000 Mitglieder. Seit 1949 bildet sie mit der CDU im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ist die älteste im Parlament vertretene Partei und blickt auf eine wechselvolle 150-jährige Geschichte zurück. Sie gilt neben der CDU als zweite große Volkspartei. Ihre Grundwerte sind Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Wichtige Meilensteine waren die 1959 die Neuorientierung der Partei mit dem "Godesberger Programm", die Neue Ostpolitik sowie der Umbau der Sozialsysteme - die "Agenda 2010". Die SPD hat derzeit über 477.000 Mitglieder.

Die Freie Demokratische Partei (FDP) sieht sich in der Tradition des deutschen Liberalismus. Sie wurde 1948 als Zusammenschluss liberaler Landesparteien gegründet. Zentrale Ziele der Partei sind die Stärkung von Freiheit und Verantwortung des Einzelnen, Rechtsstaatlichkeit sowie eine offene Bürgergesellschaft. Seit den 1980er Jahren verstärkte die Partei ihren wirtschaftsliberalen Kurs. In ihrer Geschichte koalierte sie sowohl mit der SPD als auch mit der CDU/CSU. Der Partei gehören knapp 59.000 Mitglieder an. Die Partei Die Linke entstand 2007 durch einen Zusammenschluss von Die Linkspartei.PDS und der Partei Arbeit und soziale Gerechtigkeit - Wahlalternative (WASG). Sie spricht sich für einen demokratischen Sozialismus aus. Die Linkspartei war 2005 aus der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) entstanden, der Nachfolgeorganisation der früheren Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Ende 2012 gehörten der Partei Die Linke insgesamt knapp 64.000 Mitglieder an.

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen hat ihren Ursprung in den umwelt- und friedenspolitisch orientieren Bürgerbewegungen der 1970er Jahre. Nach ihrer Gründung 1980 wurden die Partei erstmals 1983 in den Bundestag gewählt. 1990 vereinigte sie sich mit dem ostdeutschen Bündnis 90. Die Partei tritt für eine Orientierung an Ökologie, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit und lebendige Demokratie ein. Sie verfügt derzeit über knapp 60.000 Mitglieder

Aus Politik und Zeitgeschichte

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