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Annette Sach
Gedenken an Aufstand

EUROPA

Der Bundestag hat in seiner Sitzung am vergangenen Freitag an den jüdischen Aufstand im Warschauer Ghetto vor 70 Jahren gedacht. "Wir verneigen uns heute vor den mutigen Frauen und Männern und allen Opfern des Warschauer Ghettos. Ihr Kampf um die Menschenwürde ist und bleibt ein Vermächtnis für die nachfolgenden Generationen", sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) im Beisein des polnischen Botschafters Jerzy Marganski, während sich die Abgeordneten von ihren Plätzen erhoben.

Lammert erinnerte daran, dass zu Beginn des Aufstandes am 19. April 1943 noch "Zehntausende verzweifelte, größtenteils längst entkräftete Menschen" hinter den drei Meter hohen Mauern des hermetisch abgeriegelten Viertels lebten. Bereits 1942 seien von dort aus rund 300.000 Menschen in die Vernichtungslager deportiert worden. Die Juden im Warschauer Ghetto, sagte Lammert, "wussten, dass sie keine Chance gegen den übermächtigen Angreifer hatten. Sie wollten aber kämpfen - einen aussichtslosen, verzweifelten Kampf um die Würde ihres Volkes", erklärte er.

Auch in Polen wurde in zahlreichen Veranstaltungen an den Aufstand vor 70 Jahren erinnert. An der zentralen Gedenkfeier nahmen unter anderem der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), und die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) teil.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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