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Verena Renneberg
SPD will Änderung bei Teilzeitarbeit

ARBEIT

Teilzeitarbeit soll in Zukunft flexibler gestaltet werden. Das fordert die SPD-Fraktion in einem Antrag (17/13084). In der Debatte am vergangenen Donnerstag erläuterte Anette Kramme (SPD) die Hintergründe: Weil der Sprung von der Teil- in die Vollzeitarbeit und andersherum schwer sei, habe die rot-grüne Regierung im Jahr 2000 den Rechtsanspruch auf Teilzeit beschlossen. Allerdings gebe es dabei zu viele Ausnahmen. Deshalb seien Änderungen beim Anspruch auf Teilzeit nötig, so etwa für Arbeitnehmer mit Kindern unter 14 Jahren oder für die Pflege von Angehörigen.

Jutta Krellmann (Die Linke) sprach sich für den Antrag aus. Außerdem sei eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung anzustreben. Das würde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und sei "ohne finanzielle Einbußen" möglich. Heinrich Kolb (FDP) sagte, dass viele Teilzeitkräfte wirklich nur in Teilzeit arbeiten wollten. Der deutsche Arbeitsmarkt sei deshalb so erfolgreich, weil es viele verschiedene und flexible Beschäftigungsmöglichkeiten gebe. Deshalb lehnten die Liberalen den Antrag ab.

Brigitte Pothmer (Bündnis 90/Die Grünen) sah in der hohen Teilzeitbeschäftigung ein volkswirtschaftliches Problem, das vornehmlich Frauen betreffe: Denn vielen Frauen in Teilzeit stünde momentan ein Mangel an Fachkräften gegenüber.

Ulrich Lange (CSU) erklärte, auch ein Gesetz könne keine Vollzeitstellen schaffen, wo es keine gebe. Mit Blick auf Fachkräftemangel und Abwanderung von Fachkräften sagte er, es sei wichtig, dass die Unternehmer Arbeitszeiten anbieten, mit denen sie die "Guten" halten. Der Antrag wurde an den Ausschuss für Arbeit und Soziales überwiesen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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