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LESERPOST

Kurz notiert

Zur Ausgabe 24 vom 10.06.2013, "Im Würgegriff der Schulden" auf Seite 3:

In dem Artikel schreiben Sie, dass Schlaglöcher ein sicheres Indiz für leere kommunale Kassen sind. Das sehe ich nicht so, Schlaglöcher sind vielmehr ein offensichtliches Indiz für mangelhaften Straßenbau.

Ganz deutlich ist dies zu sehen auf dem Foto der aufgeplatzten Straße in Schwerin über dem Artikel. Hier sieht man, dass die Straße aus einer dünnen Teerdecke besteht, die auf Pflaster- oder Backsteinen liegt. Die Teerdecke kann so keine Verbindung mit dem Untergrund eingehen und sich auf den glatten Steinen nicht halten. Das ist wie ein Zuckerguss auf einem Kuchen: Sie blättert ab. Für mich ist nicht nachvollziehbar, dass die Kommunen die Straßenbaufirmen für eine solche schlechte Ausführung nicht haftbar machen. Warum sollen die Kommunen dafür zahlen?

Die deutschen Straßenbaufirmen könnten von Finnland lernen. In ganz Nordfinnland gibt es trotz eines längeren Winters mit tiefsten Temperaturen keine Schlaglöcher, wenn Schnee und Eis abgetaut sind. Sollten sich dort trotzdem Risse bilden, weil sich der Teer über moorigem Grund, der sich bewegt, absenkt, so wird die gesamte betreffende Fläche mit Heißluft erhitzt und der weichgemachte Straßenbelag mit einer Hohldeckenwalze gelockert. Dann wird er mit noch warmem Teer und Kies sofort wieder aufgeschüttet und festgewalzt.

Auf diese Weise muss keine Straße abgefräst, keine alte Teerdecke abtransportiert und keine Straße gesperrt werden. Der Belag wird halbseitig entfernt, sodass immer ein Teil der Straße befahrbar ist. Das geschieht im Schritttempo über sehr lange Strecken, was ich 450 Kilometer nördlich des Polarkreises selbst gesehen habe. Auch in Österreich gibt es keine Schlaglöcher, selbst auf alpinen Straßen nicht.

Nur hier bei uns wird über schlechte Straßen gejammert, die meiner Meinung nach einfach nur schlechte Wertarbeit sind.

Bernhard Vetter, Nürnberg

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