Inhalt

LESERPOST

Kurz notiert

Zur Ausgabe 32-33 vom 5.8.2013, "Justieren im Betriebssystem" auf Seite 1:

Das Essay auf der ersten Seite bringt es sehr treffend auf den Punkt: Politikverdrossenheit ist nicht etwas, das einfach so vom Himmel fällt, sondern langfristig gewachsen ist. Sie ließe sich aber auch sehr wirksam bekämpfen, und zwar durch die Parlamentarier selbst. Helfen würde zum Beispiel eine größtmögliche Transparenz bei den Nebentätigkeiten der Abgeordneten, die Einführung eines Lobbyistenregisters sowie eine längst überfällige konsequente Umsetzung der Antikorruptionsrichtlinie der UN in nationales Recht. Das würde erheblich zur Reputation eines jeden Abgeordneten beitragen. Deshalb muss endlich ein Ruck durch den Bundestag gehen, müssen die eigenen Normen internationalen Standards angepasst werden, damit die Menschen im Land, die immer auf "die da oben" schimpfen, keine Argumente mehr haben!

Rasmus Ph. Helt,

Hamburg

Zur Ausgabe 32-33 vom 19.8.2013, "Mündig genug" auf Seite 2:

Im Gegensatz zur Autorin des Kommentars können wir das ursprüngliche Argument gegen Plebiszite auf Bundesebene, den Zweifel an der "Intelligenz des Schwarms", nachdem das Volk zu leicht von Demagogen verführt werden kann, auch 70 Jahre später durchaus noch nachvollziehen. Heute ist die Soße vielleicht nicht mehr so braun, aber sie mag andere Farben angenommen haben, die nicht viel weniger menschenverachtend und damit schädigend für die Gesellschaft und das Miteinander der Menschen sind. Komplexe Themen sehen wir besser beim Abgeordnetenprinzip aufgehoben, das ja ebenfalls Beteiligung und Dialog erlaubt.

Familie Seiter,

per E-Mail

Zur Ausgabe 34-36 vom 19.8.2013, "Bürgerschaftliches Engagement"

Deutschland hat im Gegensatz zu den USA ein verhältnismäßig geringes bürgerschaftliches Engagement im Nonprofitsektor. Ursachen dafür sind unter anderem das wesentlich umfangreichere Sozialsystem in Deutschland, die höhere Bevölkerungsdichte und eine bessere Absicherung der Arbeitsverhältnisse. Weitere Ursachen mögen auch darin bestehen, dass moderne Gesellschaften - wie die deutsche - Wohlstands- und Wohlfahrtsgesellschaften sind, die individuelle Lebensentfaltung bereithalten und damit auf Prinzipien der Vereinzelung und der Dekonstruktion sozialer Beziehungen mit Entsolidarisierungseffekt verweisen. Zusätzlich lässt die politische Forderung nach mehr Eigenverantwortlichkeit der Bürger die sozialen Werte und das Interesse am Gemeinwesen schwinden.

Die ehrenamtliche Arbeit beziehungsweise Bürgerarbeit, verortet unter dem Begriff "Dritter Sektor" (Nonprofitsektor), wird allerdings immer wieder situationsbedingt in die arbeitsmarktpolitische Diskussion einbezogen, da hier jenseits von arbeitsmarktpolitischer Verantwortung neue Tätigkeitsfelder im Sozialbereich geschaffen werden können. Es ist dennoch kein Eldorado für Arbeitslose, obwohl einige dieser Tätigkeiten vergütet werden. Und ob wir vielleicht durch eine generelle Zahlung von einem geringen Bürgergeld für jegliche Mitarbeit zu einer Mitmach-Gesellschaft oder Bürgergesellschaft heranreifen, ist zu bezweifeln. Wie gut der gesellschaftliche Zusammenhalt aber trotzdem in Krisensituationen funktioniert, hat die diesjährige Hochwasserkatastrophe wieder einmal gezeigt.

Hans-Dieter Seul,

Berlin

Zur Ausgabe 34-36 vom 19.8.2013, "Ein Jahr gemeinnützige Arbeit" auf Seite 6:

Ich bin sehr von Ihrer Sonderausgabe zum Thema "Im Dienste der Allgemeinheit: Ehrenamt und Stiftung" angetan, denn Bürgerengagement ist mein tägliches Geschäft. Beim Lesen des Artikels zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bin ich über das Wort "karikativen" gestolpert. Da Sie damit ja sicher nicht meinen, das hier etwas karikiert wird, sondern die Leute in "karitativen Einrichtungen" arbeiten können, wollte ich diesen "Tippfehler" anmerken. Er hat zumindest bei mir für Erheiterung gesorgt.

Anke Bächtiger,

Reutlingen

Anmerkung der Redaktion:

Als einzige "karikative" Einrichtung böte sich das Museum für komische Kunst in Frankfurt am Main an, dort ist ein FSJ aber nicht möglich. Insofern arbeiten die Freiwilligen natürlich in karitativen Einrichtungen.

Haben Sie Anregungen, Fragen oder Kritik? Schreiben Sie uns:

Das Parlament

Platz der Republik 1, 11011 Berlin

redaktion.das-parlament@bundestag.de

Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.

Die nächste Ausgabe von "Das Parlament" erscheint am 16. September.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2021 Deutscher Bundestag