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Julian Burgert
Erinnerung an den Terror

BUNDESTAG

Der Volksmund nannte sie verharmlosend "Reichskristallnacht" - nach den vielen Glasscherben. Heute ist die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 als Novemberpogrom bekannt: Deutschlandweit verwüsteten Nazis damals als Racheaktion auf den Mord an einem deutschen Diplomaten in Paris durch einen polnischen Juden jüdische Geschäfte, Wohnungen und Synagogen. Hunderte Juden wurden getötet, Tausende verhaftet. Um zu zeigen, dass die Erinnerung an diese Geschehnisse auch im Bundestag wachgehalten wird, hatte Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke) den Berliner Eugen Herman-Friede in den Bundestag eingeladen. Er hatte die damaligen Geschehnisse als zwölfjähriger Jude selbst miterlebt. "Die Progrome waren ein hemmungsloses Fanal", sagte Pau, "und der Auftakt für die völlige Entrechtlichung der deutschen Juden." Herman-Friede könne über diese Progrome Zeugnis ablegen.

Der Besuch im Deutschen Bundestag beinhaltete auch eine Führung durch das Reichstagsgebäude. Auf dem Rundgang besichtigten Pau und Herman-Friede das Parlamentsarchiv, den Andachtsraum, das Mahnmal für die verfolgten und ermordeten Mitglieder des Reichstages sowie das Kunstwerk "Der Bevölkerung" im Innenhof.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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