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Julian Burgert
Ägypten bleibt sicher für Touristen

TOURISMUS Botschafter hofft auf Zustrom von Besuchern zur Stabilisierung der Wirtschaft

Terroranschlag in Taba Mitte Februar, Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes für den Sinai, Todesurteile gegen Anhänger der Muslimbruderschaft - zuletzt machte Ägypten vor allem mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Das hatte auch Auswirkungen auf die dortige Tourismusindustrie. Doch trotz der aktuellen politischen Instabilität ist Ägypten weiterhin ein sicheres Reiseland, sagte der ägyptische Botschafter in Deutschland, Mohamed Higazy, vergangene Woche im Tourismusausschuss des Bundestages. Er war eingeladen worden, um über die Sicherheitssituation in seinem Heimatland und ihre Auswirkungen auf den Tourismus zu sprechen.

Größter Wirtschaftsfaktor

"Die Sicherheit der Touristen ist ein Hauptanliegen meiner Regierung", sagte der Botschafter. So sei seit Beginn der Revolution im vergangenen Jahr kein einziger Tourist verletzt oder getötet worden, betonte er. Nun hoffe man auf eine Zunahme der Besucherzahlen, um die Volkswirtschaft des Landes zu stabilisieren. Schließlich ist der Tourismus der größte Wirtschaftsfaktor in dem nordafrikanischen Land. Aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen des Arabischen Frühlings waren die Besucherzahlen jedoch in den vergangenen drei Jahren stetig zurückgegangen, auch die aus Deutschland. So kamen im Jahr 2010 noch 1,3 Millionen Menschen aus Deutschland nach Ägypten, nur übertroffen von der Anzahl russischer Touristen, sagte der Botschafter. Im Jahr 2013 waren es nur noch 850.000 Menschen. In den ersten beiden Monaten 2014 kamen immerhin 142.000 Touristen aus Deutschland in das Land am Nil. Nun wolle man nun das Bild seines Landes wieder verbessern und das Vertrauen der Besucher zurückerlangen, betonte Higazy. Die Teilnahme Ägyptens an der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin im März diesen Jahres sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung gewesen. Allerdings sei man von erneuten Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes eine Woche vor Beginn der ITB "geschockt" worden. Man hoffe, dass nun ein Team des Auswärtigen Amtes nach Ägypten komme, um die Situation vor Ort zu begutachten.

Gleichzeitig wies Higazy darauf hin, dass sein Land auch als Investitionsstandort für deutsche Unternehmen eine große Rolle spiele. "Ägypten ist für deutsche Reiseanbieter unersetzbar", sagte er. Weiterhin betonte der Botschafter, dass der Tourismus auch einen großen Beitrag zur wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung seines Landes darstelle. "Wenn Sie unseren Tourismus unterstützten, unterstützen Sie auch unsere Demokratie". Durch den Besuch seines Landes helfe man auf dem schwierigen Weg hin zu mehr Demokratie, den Ägypten gerade gehe. Ein wichtiger Schritt sei dabei auch die kommende Präsidentschaftswahl Ende Mai. Außerdem fördere der Tourismus den Kontakt mit der Bevölkerung und den gegenseitigen Austausch zwischen beiden Nationen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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