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Aus Plenum und Ausschüssen
Johanna Metz
Energie sparen, Importe senken

UMWELT

Um die Abhängigkeit Deutschlands von Öl- und Gasimporten mittel- und langfristig zu verringern, muss der Energieverbrauch deutlich sinken. Das machten Experten im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in einem Fachgespräch zum Thema "Die Rolle von Gas- und Ölimporten angesichts des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren Energien und der Anforderungen des Klimaschutzes" deutlich.

Abgesehen von der Erarbeitung von Notfallplänen und der Bevorratung von Öl und Gas gebe es kaum kurzfristige Handlungsoptionen, um die Versorgungssicherheit in Deutschland sicherzustellen, betonte Felix Matthes vom Öko-Institut e.V. Mittelfristig sei auch eine Quellendiversifizierung sinnvoll, um bei Energieimporten nicht von einigen wenigen Ländern abhängig zu sein. Langfristig aber müsste vor allem die Energieeffizienz im Verkehrssektor sowie im Wärmemarkt verbessert werden, da in diesen Bereichen bisher das meiste Öl und Gas verbraucht werde. Investitionen in diese Bereiche seien für den Klimaschutz unverzichtbar und müssten bei der Umsetzung der Energiewende im Mittelpunkt stehen, forderte Matthes.

Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung verdeutlichte anhand verschiedener Zahlen die starke Abhängigkeit Deutschlands von Öl- und Gasimporten aus dem Ausland. So liege der Anteil der Nettoimporte am Primärenergieverbrauch beim Öl bei nahezu 100 Prozent, bei Erdgas bei mehr als 80 Prozent. Allein aus Russland beziehe Deutschland 39 Prozent seines Rohöls und 38 Prozent seines Erdgases. Zwar habe der Energieverbrauch pro Kopf in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland abgenommen, sagte Kemfert. Jedoch seien die Potenziale bei der Verbesserung der Energieeffizienz "bei weitem nicht ausgeschöpft". Die Expertin sprach sich daher für eine rasche Umsetzung der Energiewende aus. So müssten heimische Energieträger stärker genutzt, erneuerbare Energien ausgebaut und die Herstellung eigenen Gases durch so genannte Power-to-Gas-Technologien gefördert werden.

Anke Tuschek vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. betonte, dass Deutschland nicht um seine Versorgungssicherheit bangen müsse. Sie verwies aber darauf, dass heute in jeder zweiten deutschen Wohnung eine Erdgasheizung für Wärme sorge. Die Gasherstellung durch die Umwandlung regenerativ erzeugten Stroms im Zuge des Power-to-Gas-Verfahrens könnte, so Tuschek, in Zukunft eine effiziente und klimafreundliche Alternative zu Erdgas darstellen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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