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Götz Hausding
Privilegierte Einblicke unter der Kuppel

BUNDESTAG Internationales Parlamentsstipendium wird um arabische Staaten erweitert

An guten Ideen sollte man festhalten. Das Internationale Parlamentsstipendium (IPS) ist eine solche gute Idee, findet Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). "Das erkennen Sie schon daran, dass wir das Programm nun schon im 28. Jahrgang durchführen", sagte der IPS-Schirmherr am vergangenen Donnerstag während des traditionellen Empfangs für die Stipendiaten im Reichstag. Hätte es auch nur den Hauch eines Zweifels daran gegeben, ob der hohe Aufwand für alle Beteiligten in einem vernünftigen Verhältnis zu dem dadurch Erreichten stehe, "hätten wir das sicherlich mehr oder weniger unauffällig eingestellt". Davon könne jedoch keine Rede sein. "Die Zahl der beteiligten Länder und die Zahl der Stipendiaten hat sich kontinuierlich erhöht", stellte Lammert fest.

Mit einem historischen Verweis machte Lammert darauf aufmerksam, dass das Datum des Empfangs mit zwei bedeutenden Ereignissen für Berlin verbunden sei. Zum einen habe es am 26. Juni 1948 den ersten Flug amerikanischer Maschinen im Rahmen der Luftbrücke gegeben. 1963 wiederum habe US-Präsident John F. Kennedy die berühmten Worte gesprochen: "Ich bin ein Berliner." Das, so fand der Bundestagspräsident, könne im Grunde auch das Motto des Programms sein. "Seien Sie versichert", rief er den 120 Stipendiaten aus 31 Ländern zu, "Sie waren länger in Berlin als Kennedy."

Bernhard Schulte-Drüggelte (CDU), Leiter der Berichterstattergruppe für das IPS, kündigte für das kommende Jahr eine Erweiterung des Programms an: "Der Ältestenrat hat beschlossen, dass künftig auch die arabischen Staaten Teil des Programms werden." Das freut besonders Bilal el Soussi aus dem Libanon, der wie seine Mitstreiter aus Ägypten, Palästina und Tunesien in diesem Jahr probeweise teilnehmen. Der Libanese war es auch, der gemeinsam mit Mona Sophie Meron aus Israel im Namen aller Stipendiaten Dankesworte an die Bundestagsabgeordneten und deren Mitarbeiter richtete. Als Stipendiaten hätten sie sich sehr privilegiert gefühlt, "da die Abgeordneten ihren Alltag und ihre Aufgaben mit uns geteilt haben", betonte die junge Israelin. Und noch ein Punkt war den beiden wichtig. "Wir konnten uns hier auf persönlicher Ebene miteinander austauschen und uns mit gegenseitigem Verständnis näher kommen. So eine Gelegenheit haben wir nie vorher gehabt."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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