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TOURISMUS
Annette Sach
Kleinode auf dem Land

Bei der Entscheidung, wo Touristen ihren Urlaub verbringen, spielt Kultur eine immer größere Rolle. Auf der Internationalen Tourismusbörse ITB Anfang März in Berlin wurde der Kulturtourismus entsprechend gewürdigt. Bislang werden aber vor allem kulturelle Sehenswürdigkeiten in Städten beworben. Der Tourismusausschuss des Bundestages stimmte daher in der vergangenen Woche für einen Antrag (18/3914) der Koalitionsfraktionen, mit dem der Kulturtourismus in ländlichen Regionen stärker gefördert werden soll. Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich. Der Antrag sieht vor, Akteure aus Kultur und Tourismus in Zukunft besser miteinander zu vernetzen. Zudem sollen Bund und Länder gezielte Vermarktungskonzepte erarbeiten. Die Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), gab jedoch zu bedenken, dass es sich bei Kultur und Tourismus um zwei Bereiche handele, in denen die Länder zuständig seien. „Wir sitzen hier in der zweiten Reihe“, erklärte sie. Die CDU/CSU Fraktion erklärte, dass die Kultur in großen Städten einen Boom erfahre,„aber wir haben viele ländliche Räume, wo es Sinn macht, Kleinode herauszustellen“. Von Seiten der SPD wurde betont, dass es schnell gelungen sei, einen entsprechenden Auftrag aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen. Die Linke begründete ihre Enthaltung damit, dass in dem Antrag konkrete Initiativen fehlten. „Das ist uns schlichtweg zu wenig“, sagte ihr Vertreter. „Wir teilen das Anliegen“, erklärten auch Bündnis 90/Die Grünen, der Antrag gehe aber nicht weit genug.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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