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STASI-AkTEN
Alexander Weinlein
Ungebrochenes Interesse

Roland Jahn legt Tätigkeitsbericht für 2013 und 2014 vor

Das Interesse der Deutschen an den Stasi-Akten ist auch 25 Jahre nach dem Mauerfall weiterhin sehr groß. Im vergangenen Jahr gingen 67.763 Anträge von Bürgern auf Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagenbehörde ein, 3.517 mehr als im Jahr 2013. Dies geht aus dem Zwölften Tätigkeitsbericht des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (18/4200) hervor, den der Bundesbeauftragte Roland Jahn in der vergangenen Woche an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) übergab. Die Aufarbeitung der Vergangenheit sei „immer noch eine ganz persönliche Angelegenheit“, schreibt Jahn in seinem Bericht. Davon zeugten nicht zuletzt die mehr als 5.000 Anträge auf Akteneinsicht, die jeden Monat bei seiner Behörde eingingen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 85.740 Anträge und Ersuchen eingereicht. So gingen neben den Bürgeranträgen auf Akteneinsicht 12.435 Ersuchen auf Überprüfungen im öffentlichen Dienst, von Mandatsträgern oder wegen Rentenangelegenheiten sowie 4.135 Ersuchen wegen Rehabilitierung, Wiedergutmachung und Strafverfolgung ein. Hinzu kamen
1.407 Anträge auf Akteneinsicht aus der Forschung und den Medien.

Gegenüber dem letzten Tätigkeitsbericht des Bundesbeauftragten ist die Zahl der Anträge und Ersuchen jedoch gesunken. So waren 2011 insgesamt 106.575 Anträge und Ersuchen eingegangen, ein Jahr später 112.268. Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 sind 6,91 Millionen Anträge und Ersuchen an die Behörde gestellt worden, 3,05 Millionen von Bürgern.

Derzeit erarbeitet eine Expertenkommission im Auftrag des Bundestages Vorschläge für die Zukunft der Stasi-Unterlagenbehörde, deren Existenz nur bis 2019 gesetzlich gesichert ist, und für den zukünftigen Umgang mit den Akten. Die Vorschläge sollen bis zum Frühjahr 2016 vorliegen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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