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FORSCHUNG
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Kampf gegen Malaria und Tbc

Die internationalen Bemühungen zur Erforschung und Bekämpfung weit verbreiteter, tödlicher Infektionskrankheiten müssen nach Ansicht aller Bundestagsfraktionen verstärkt werden. Vertreter von Union, SPD, Grünen und Linken machten vergangene Woche deutlich, dass Milliarden Menschen allein von den drei großen Seuchen
HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria betroffen seien und selten über ausreichende Mittel verfügten, um eine Therapie zu bezahlen, falls es überhaupt eine gibt. Es wird in dem Zusammenhang auch von vernachlässigten armutsassoziierten Erkrankungen gesprochen. In einem Antrag (18/4930) von Union und SPD, der vom Bundestag bei Enthaltung der Opposition angenommen wurde, heißt es, Infektions- und speziell Tropenkrankheiten stellten nach wie vor eine große Bedrohung für die globale Gesundheit dar. Die Bundesregierung wird aufgefordert, Produktentwicklungspartnerschaften als Instrument zur Entwicklung adäquater Präventions- und Diagnosemethoden sowie Medikamente gegen solche Krankheiten zu fördern.

Stephan Albani (CDU) mahnte, niemand sollte sich in der globalisierten Welt der Illusion hingeben, "dass Krankheiten weit weg sind" und deswegen keine Bedeutung hätten. Für Krankheiten gebe es keine Grenzen, wie am Beispiel von Ebola oder Tuberkulose sehr deutlich werde. Karamba Diaby (SPD) erinnerte daran, dass Malaria zu den häufigsten Todesursachen zähle und Kranke oft sozial ausgegrenzt würden. Niema Movassat (Linke) beklagte, Millionen von Menschen litten an Krankheiten, "weil der globale Wohlstand völlig ungerecht verteilt ist". Das allein sei "schlimm genug und eine Schande". Dass es für die Pharmaindustrie keine Anreize gebe, wirksame Medikamente gegen armutsassoziierte Krankheiten zu entwickeln, sei doppelt ungerecht. Kai Gehring (Grüne) betonte, die Stärkung der Forschung im Kampf gegen solche Krankheiten sei eine politische und humanitäre Daueraufgabe.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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