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BILDUNG
Annette Rollmann
Die Herkunft bei Studenten

Die wirtschaftliche und soziale Lage von Studenten hängt sehr stark von ihrer Herkunft ab. Das zeigte sich bei einem öffentlichen Fachgespräch des Bildungsausschusses in der vergangenen Woche. Isabella Albert vom Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs), machte deutlich, dass Studenten laut der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes durchschnittlich 35 Stunden pro Woche in ihr Studium investierten und von 864 Euro im Monat lebten. Bei niedriger Bildungsherkunft arbeiteten 64 Prozent der Studenten, bei hoher 59 Prozent. Der Unterschied wirke gering, so Albert, doch tatsächlich würden 72 Prozent der Studenten mit niedriger Bildungsherkunft angeben, dass sie arbeiteten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, betonte, dass die Weiterentwicklung des Bafög zu einer modernen Form der Studienfinanzierung unerlässlich sei. Es müsse regelmäßig an die aktuellen Lebensverhältnisse angepasst werden. Hierzu gehöre zuallererst eine angemessene finanzielle Ausstattung, aber auch eine strukturelle Weiterentwicklung des BAföG im Sinne des lebenslangen Lernens. Andreas Keller, stellvertretender Vorsitzender und Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, sagte, in keinem anderen Industrieland hänge der Bildungserfolg so eng mit der sozialen Herkunft zusammen wie in Deutschland.

Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes, bemängelte zudem die mangelnde Mobilität vieler Studenten hierzulande.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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