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STILVOLL
Michael F. Feldkamp
Frack für die Saaldiener

In der Bundestagsverwaltung gibt es eine Berufsgruppe, die jeder kennt, weil sie durch ihr Erscheinungsbild auffällt: Es sind die Saaldiener des Deutschen Bundestags. Zugegeben: An diesem Satz ist alles inkorrekt, denn es gibt längst auch weibliche Vertreter und zudem ist die amtliche Bezeichnung „Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Plenarassistenzdienstes“. Sie sind außer den Abgeordneten die einzigen, die sich während einer Plenarsitzung im Plenarsaal aufhalten.

Zur äußeren Unterscheidung wurde ihnen am 27. Januar 1955, also vor 60 Jahren, der Frack verordnet. Seitdem sind die Plenarassistenten die Berufsgruppe mit der vornehmsten Berufskleidung und stehen „pars pro toto“ für die Würde des Hohen Hauses. Mit der Einführung des Fracks für die Saaldiener wurde gleichzeitig für den Bundestagspräsidenten ein Cutaway eingeführt. Diesen trug der amtierende Sitzungspräsident zur Eröffnung der Sitzung. Der letzte amtierende Präsident, der bis 1998 den Cutaway trug, war Vizepräsident Hans Ulrich Klose (SPD) und das war in Bonn. Somit ist nur der Frack der Saaldiener in der „Berliner Republik“ erhalten geblieben. Für die Einführung von Saaldienerinnen im Januar 1989 wurde eigens ein Kostüm entworfen, das durch seinen Stoff und Schnitt an den Frack der Saaldiener angelehnt ist. 

Aus Politik und Zeitgeschichte

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