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Alexander Heinrich
Humanitäre Krise in Zentralafrika

Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik (ZRA) ist laut Bundesregierung nach wie vor „außerordentlich fragil“. Die humanitäre Situation sei „katastrophal“, knapp die Hälfte der Bevölkerung, also rund 2,5 Millionen Menschen seien auf Hilfe angewiesen, sagte Thomas Silberhorn (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär im Entwicklungsministerium vergangene Woche im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Etwa 850.000 Menschen seien innerhalb des Landes oder in die Nachbarländer Tschad, Kamerun und Demokratische Republik Kongo geflohen.

Auslöser der humanitären Krise war der Sturz des – einst selbst durch einen Staatsstreich ins Amt gelangten – Präsidenten François Bozizé durch die überwiegend muslimische Rebellenkoalition „Séléka“ im Jahr 2013. Seither eskaliert die Gewalt zwischen Christen und Muslimen.

Deutschland beteiligt am Hilfsfonds „Bêkou“ mit fünf Millionen Euro, sagte Silberhorn. Zu den Fonds-Gründern gehörten Frankreich, die Niederlande und die EU-Kommission, die Mittel in Höhe von insgesamt 74 Millionen Euro sollen dem Wiederaufbau staatlicher Strukturen, der Gesundheitsversorgung, der Ernährungssicherung und der Rückkehr der Menschen in ihre Heimat dienen. Über sechs Vorhaben sei man derzeit im Gespräch mit der zentralafrikanischen Übergangsregierung, sagte eine Vertreterin des BMZ. „Es geht voran, aber es geht langsam voran.“

Eine Vertreterin des Auswärtigen Amtes legte zudem dar, dass 2014 rund 6,9 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in der ZRA bereitgestellt worden seien, mit denen Hilfsorganisationen vor Ort wie Ärzte ohne Grenzen, das Flüchtlingshilfswerk UNHCR und kirchliche Hilfsorganisationen unterstützt worden seien.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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