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Ortstermin: bEGrüßung der IP-Stipendiaten
Götz Hausding
»Hoffnung auf Verständigung nicht aufgeben«

Sie sind wieder da. Seit Anfang März bevölkern mehr als 100 junge Leute zusätzlich die Gebäude des Bundestages. Es sind die Teilnehmer am Programm des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS). Vergangenen Donnerstag wurden die 116 Frauen und Männer – keiner älter als 30 Jahre – aus 35 Ländern in der Technischen Universität Berlin durch deren Präsidenten Christian Thomsen und die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Petra Pau (Die Linke) offiziell begrüßt. Bis Ende Juli werden sie in den Bundestagsbüros ihrer „Paten-Abgeordneten“ arbeiten, die Wahlkreise besuchen und an Veranstaltungen der politischen Stiftungen teilnehmen.

„Willkommen in meiner Heimatstadt Berlin“, sagte die Bundestagsvizepräsidentin zu Beginn ihrer Ansprache und zeigte sich erfreut, dass das IPS nun schon zum 29. Mal stattfindet. Zugleich erinnerte sie an die Anfänge 1986, als sich elf junge Amerikaner im Deutschen Bundestag in Bonn eingefunden hätten. „Mehr als 2.200 jungen Menschen haben seitdem das Programm wahrgenommen“, sagte Pau.

In diesem Jahr kann das IPS einen Rekord vermelden: 35 Länder sind dabei – so viele wie noch nie. Neu sind Griechenland und die Türkei, aber auch Länder aus dem arabischen Raum, wie Ägypten, Algerien, Libanon, Marokko, Tunesien und die Palästinensischen Gebiete.

Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung war schließlich die Vorstellung der Heimatländer durch die Stipendiaten selbst – moderiert vom Unionsabgeordneten Bernhard Schulte-Drüggelte (CDU), dem zuständigen Berichterstatter im Bundestag. Dabei wurde Tanz, Gesang, Schauspiel und viel gute Laune geboten. Aber auch ein Konflikt offensichtlich.

Gleich zu Beginn kam das erste Mal Gänsehaut auf, als die Teilnehmer aus Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn das Ende des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren thematisierten und gemeinsam zu „Wind of Change“ von den Scorpions schunkelten – leuchtende Feuerzeuge inklusive.

Die besten Tänzer fanden sich im weiteren Verlauf der Veranstaltung unter den arabischen Stipendiaten und denen aus Aserbaidschan und Kasachstan. Aus deutscher Sicht erstaunlich: Es waren nicht unbedingt die Frauen, sondern eher die Männer, die besonders elegant die Hüften schwangen.

Die Supermächte Russland und USA fanden sich zu einer Super-Performance zusammen. Schauspielerisch durchaus ansprechend zeigten sie, wie in den Nachrichtensendungen beider Länder Scharfmacher immer wieder Kleinigkeiten zu riesigen Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Staaten aufpusteten. Dabei, so der Tenor der Stipendiaten, sei das Verständnis gerade unter jungen Leuten sehr gut.

Anders als die USA und Russland fanden hingegen die Teilnehmer aus Israel und den Palästinensischen Gebieten auf der Bühne der TU nicht zueinander, sehr zum Ärger der israelischen Stipendiaten. Moderator Schulte-Drüggelte forderte jedoch, die Hoffnung auf Verständigung nicht aufzugeben. „Vielleicht“, so der Unionsabgeordnete, „sieht es ja am Länderabend in vier Monaten anders aus.“

Aus Politik und Zeitgeschichte

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