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Ortstermin: Wanderausstellung des Deutschen Bundestages
Sören Christian Reimer
Politische Bildung unterwegs

Politische Bildung im Einkaufszentrum? Was zunächst ein wenig abstrus klingt, wird mit der Wanderausstellung des Deutschen Bundestages Realität. Ob im Shopping-Tempel, im Rathaus oder in der Schule, mit der Ausstellung geht das Parlament dorthin, wo die Menschen sind. "Ziel der Ausstellung ist es, den Bürgern die Aufgaben und Funktionen des Deutsche Bundestags näher zu bringen", sagt Barbara Blum, die im Bundestag als Referentin für das Projekt verantwortlich zeichnet. Durch die direkte Auseinandersetzung mit dem Parlament solle zudem Politikverdrossenheit vorgebeugt werden.

Dazu reist die Ausstellung quer durch die Republik. Genauer: Acht identische Exemplare, denn die Schau wird an bis zu 150 Orten pro Jahr gezeigt. Wo sie Station macht, hängt von den im Bundestag vertretenen Fraktionen ab. Sie legen fest, welche Abgeordneten die Ausstellung in ihren Wahlkreis holen können. Der jeweilige Abgeordnete und seine Mitarbeiter müssen dann noch einen passenden Ort finden. "Das können Schulen, Rathäuser, aber auch Einkaufszentren sein", sagt Blum. "Hauptsache, es gibt viel Publikumsverkehr," wie auch in Geldinstitute.

Einmal aufgebaut, erklären 21 Schautafeln den Besuchern zahlreiche Aspekte um den parlamentarischen Alltag. "Es geht zum Beispiel darum, wie die Arbeit in den Ausschüssen des Parlaments abläuft", berichtet Blum. Auch das Wahlsystem und das Gesetzgebungsverfahren werden ausführlich dargestellt. Dabei wird stets darauf geachtet, dass die Tafeln aktuell sind, denn im Bundestag ändert sich schnell mal etwas. "Neulich hat zum Beispiel der Vorsitz des Innenausschusses gewechselt", berichtet Blum. Auch die neue Fraktionsspitze der Linken-Fraktion wird künftig auf den Infotafeln zu sehen sein.

In der Ausstellung gibt es zudem Multimediales zu erleben. Auf zwei Computern sind zum Beispiel Videos abrufbar. "Es gibt außerdem jeweils ein attraktives Quiz für Kinder und Erwachsene", sagt Blum. Honorarkräfte des Bundestages stehen zudem von Angesicht zu Angesicht für Fragen zur Verfügung. Für Schulklassen gibt es sogar ein eigenes Angebot. So können sich die Schüler, ausgestattet mit Klemmbrett und Fragebögen, die Arbeit des Bundestages selbstständig erschließen. Aktion statt Frontalunterricht, das kommt gut an. "Die Schulen sind dankbar für dieses Angebot", freut sich Blum. Das gilt auch für die übrigen Besucher, zirka 127.000 wurden davon im vergangenen Jahr gezählt. "Die Resonanz ist gut", berichtet die Referentin.Sören Christian Reimer

Hier ist die Wanderausstellung in den nächsten Wochen zu sehen: 9.-13.11.2015: Essen (Gymnasium Essen, Katzenbruchstr. 79), Meppen (MEP, Bahnhofstr. 10), Riesa (Sparkasse Meißen, Hauptstr. 70). 14.-20.11.2015: Bad Segeberg (Sparkasse Südholstein, Oldesloer Straße 24) 16.-20.11.2015: Karlsruhe (Sparkasse Karlsruhe Ettlingen, Kaiserstr. 223), Ottobrunn (Wolf-Ferrari-Haus, Rathausplatz 2), Prenzlau (Sparkasse Uckermark, Georg-Dreke-Ring 62), Attendorn (Rathaus, Kölner Straße 12), Ratingen (Museum, Peter-Brüning-Platz 1), Brake (famila-Markt, Weserstr. 80), 17.-20.11.2015 Groß-Umstadt (Sparkasse, St.-Peray-Str. 2-4). Weitere Termine sind auf www.bundestag.de zu finden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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