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KURZ REZENSIERT

Ahmad Mansour: Generation Allah. - S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2015; 271 S., 19,99 €

Ahmad Mansour ist "das Umdenken" gelungen. Als Jugendlicher lief der in Israel geborene Palästinenser selbst Gefahr, das "radikale Denken" des Islamismus zu übernehmen. Der seit 2004 in Deutschland lebende Diplom-Psychologe ist davon überzeugt, dass auch die meisten der gefährdeten muslimischen Jugendlichen in Deutschland in der westlichen Wertegemeinschaft ankommen können. Vorausgesetzt, man unterstützt sie dabei.

Doch wie soll diese Hilfe aussehen? Und wo müssen die Schwerpunkte des Kampfes gegen die Radikalisierung liegen? Mansour versucht, in seinem wichtigen und sehr empfehlenswerten Buch Antworten aus der Praxis zu geben. Wie Olivier Roy in Frankreich fordert er ein Umdenken gegenüber den muslimischen Jugendlichen. Sie sollten als Teil der Gesellschaft akzeptiert werden in dem Bewusstsein, dass sie in zwei Werte-Welten leben müssten: Einerseits in ihren patriarchalisch und islamisch-religiös geprägten Familien, andererseits in einem demokratischen Rechtsstaat. Es sei kontraproduktiv, undifferenziert zu erklären, der Islam gehöre zu Deutschland. "Das tut er nicht. Ein Islamverständnis, das mit den Werten der Demokratie vereinbar ist, gehört zu Deutschland. Die Muslime gehören zu Deutschland". Dies gelte jedoch nicht für den politischen Islam und ein ideologisch aufgeladenes Islamverständnis.

Der Psychologe ist kein aus dem universitären Elfenbeinturm heraus agierender Wissenschaftler. Das Gegenteil ist richtig: Mansour sieht sich als Fußsoldat im Kampf gegen die Radikalisierung der muslimischen Jugendlichen. Dazu organisiert er Seminare gegen Salafisten und reist in ganz Deutschland zu Jugendlichen islamischer Konfession. Die Politik fordert er auf, die Mittel für eine langfristige Präventionsarbeit bereitzustellen, wenn die Islamisten besiegt werden sollen. Den Verantwortlichen vor Ort empfiehlt er konkrete Strategien, um eine Radikalisierung der Jugendlichen zu verhindern. Mansour ist sich sicher: Der Kampf "Wir gegen die Radikalen" ist zu gewinnen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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