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Johanna Metz
Schnelle Hilfe für Unicef

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will die von seinem Ministerium für das erste Halbjahr 2016 zugesagten Mittel für das Kinderhilfswerk Unicef, das Flüchtlingshilfswerk UNHCR und das UN-Welternährungsprogramm bereits Mitte Januar im Voraus überweisen. Es sei wichtig, dass die Organisationen jetzt handlungsfähig seien, betonte Müller in der vergangenen Woche im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit Blick auf die schwierige Lage hunderttausender Flüchtlinge in den Lagern im Libanon, der Türkei und Jordanien. Er verwies darauf, dass den Hilfsorganisationen vor Ort Milliarden fehlten, um die notwendige Unterstützung zu leisten.

Die Weltgemeinschaft stehe angesichts der Flüchtlingskrise vor einer "unglaublichen Herausforderung", betonte der Minister. Wichtig sei es daher, verstärkt in die Zukunft der Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu investieren, etwa in Berufsbildungsmaßnahmen, Good Governance-Beratung und Klimaschutz. Die EU-Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollten, forderte er erneut auf, in einen Fonds einzuzahlen, damit den Menschen vor Ort geholfen werden könne.

Müller, der gerade von einem Besuch in Eritrea zurückgekehrt war, dem Hauptherkunftsland afrikanischer Flüchtlinge in Deutschland, kündigte zudem an, dass wieder ein politischer Dialog zwischen Deutschland und Eritrea in Gang gesetzt werden solle. Deutschland hatte seine Entwicklungszusammenarbeit mit dem Land im Jahr 2007 wegen der kritischen Menschenrechtslage dort eingestellt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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