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Aschot Manutscharjan
Bruno Schirra: ISIS. Der globale Dschihad.

Nach den Terroranschlägen in Paris Anfang Januar 2015 gingen die europäischen Sicherheitsdienste gegen die bekannten islamistischen Netzwerke aktiv vor. Die meisten dieser Extremisten fühlen sich den Zielen des „Islamischen Staates“ (IS) – vormals „Islamischer Staat in Syrien und in der Levante“ (ISIS) – verbunden. Über diese aus Al-Qaida hervorgegangene Bewegung, ihre Strukturen und Ideologie sowie ihren Anführer Abu Bakr al-Bagdadi informiert der Nahost-Kenner Bruno Schirra. Der freie Journalist erlangte einige Berühmtheit, nachdem er Geheimdienstakten veröffentlicht und gegen die anschließende Durchsuchung seines Büros erfolgreich vor Gericht geklagt hatte.

Schirra prophezeit weitere Terrorakte in Europa, durchgeführt von salafistisch indoktrinierten Muslimen. Dies leitet er aus der Tatsache ab, dass inzwischen bereits 3.000 der 8.000 in den Dschihad gezogenen Muslime nach Europa zurückgekehrt seien.

Für den Leser ist die Lektüre seines Buches mitunter jedoch mühsam: Zwischen den vielen guten Reportagen, informativen Hintergrundberichten und widersprüchlichen Analysen fällt es nicht leicht, einen roten Faden zu finden. Einerseits bezweifelt Schirra die demokratischen Ausrichtung des Arabischen Frühlings – als Beispiel dient ihm die religiös-fundamentalistische Einstellung vieler Ägypter. Andererseits glaubt er, dass in Syrien die „nicht-dschihadistischen Gruppen“ den Aufstand anfänglich dominiert hätten. Auch wenn sie „keine Demokraten“ seien, sollte sie der Westen unterstützen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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