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Aufgekehrt
Claus-Peter Kosfeld
Sigmangela und Brangelina

Rein optisch haben Angelina Jolie und Angela Merkel ja relativ wenig Gemeinsamkeiten, aber die beiden Frauen verbindet doch ein ähnliches Schicksal. Sie haben starke Männer ständig an ihrer Seite, die jedoch als schwierig und eigenwillig gelten. Brad Pitt ist bekanntermaßen ein Alphatier hollywoodscher Prägung, Sigmar Gabriel ist auch schon mal in Amerika gewesen.

Noch gut in Erinnerung sind jene Bilder, als Merkel und ihr Umweltminister Gabriel - beide in schicken roten Jacken - 2007 Grönland besuchten, um mal persönlich bei der Eisschmelze dabei zu sein. Ein Paar, ein Blick, der erste Schritt zur Klimarettung. Kein Zweifel, die beiden wirken seither eingespielt, er mittlerweile zum Vizekanzler und Parteichef aufgerückt, sie inzwischen die Mutter Teresa der Flüchtlinge, die abends nicht ohne das bekannte deutsche Volkslied "Wir schaffen das" in der Moll-Version mit bayerischer Marschmusik in die Federn sinkt.

Die Paar-Frage ist allerdings komplex und lässt Schattenseiten erkennen. Im Brangelina-Fall musste zuletzt ein zwischenmenschlicher Rückschritt vermeldet werden: Scheidung, Rosenkrieg. Das ist in der Politik weitaus eleganter geregelt. Bei Sigmangela beträgt die vertragliche Restlaufzeit noch rund ein Jahr, dann dürfen beide sich neue Partner suchen, ganz friedlich. Gemeinsam ist den beiden prominenten Damen Angela und Angelina, dass sie sich vor wichtigen Entscheidungen strategisch bedeckt halten. Laut "Bunte" hat die Lara-Croft-Darstellerin ihren Mitbewohner kurzfristig in der S-Frage informiert. Bei der Berliner Illusionskünstlerin wartet die Fangemeinde schon länger auf ein Signal in der K-Frage.Claus-Peter Kosfeld

Aus Politik und Zeitgeschichte

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