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Aufgekehrt
Alexander Weinlein
»Natural born Pälzer Krischer«

Donald Trump mag es laut, direkt und gerne auch mal unter der Gürtellinie. Das bekam jetzt auch sein Mitkonkurrent in den amerikanischen Vorwahlen für die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Ted Cruz, zu spüren. Cruz könne gar kein Präsident werden, ätzte der New Yorker Immobilien-Tycoon kürzlich, weil die Tür ins Weiße Haus nur "natural born citizens" offenstehe. Es ist zwar umstritten, ob die US-Verfassung damit meint, das Staatsoberhaupt müsse in den USA oder als Kind amerikanischer Staatsbürger geboren worden sein. Aber Donald Trump ist eben kein Mann für Feinheiten. Auch dann nicht, wenn es um seine eigenen Wurzeln geht.

Lange hielt Trump an der Geschichte seines Vaters fest, sie seien Nachfahren schwedischer Einwanderer. Nun mag der Hüne mit der blonden Föhnwelle ja durchaus als Hollywood-Karikatur eines Wikingerfürsten durchgehen, seine wahren Wurzeln sind aber allenfalls südgermanischer Natur. Seine Großeltern väterlicherseits stammen nämlich aus der beschaulichen Gemeinde Kallstadt in der Pfalz. Von dort wanderten sie - übrigens ebenso wie der Vater von Henry John Heinz, Gründer des weltberühmten Ketchup-Imperiums - Ende des 19. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten aus. Doch was sagt das über Trump? Die Menschen in der Pfalz bezeichnen sich selbst gerne als "Pälzer Krischer" - eine ironische Anspielung auf die ihnen nachgesagte Eigenart, sich laut zu artikulieren. Um es mal vornehm auszudrücken. Und da "The Donald" seine Wurzeln nur schwer verbergen kann, sollte er folgende Warnung beherzigen, die jeder echte Pfälzer kennt: "Dumm gebabbelt is glei."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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