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Wirtschaft
Hans-Jürgern Leersch
700 Millionen für Handynetze

In Europa soll ein neuer und noch schnellerer Mobilfunkstandard eingeführt werden. Im Jahr 2020 könnte der Standard mit der Bezeichnung "5G" marktreif sein, sagte EU-Kommissar Günther Oettinger am Freitag in einem Gespräch mit den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaft und Energie. "5G" soll auf den derzeit schnellsten Standard LTE folgen. Mit einem europaweiten installierten Standard könnten die heutigen Funklöcher an den Grenzen beim Wechsel von einem Netz in das andere der Vergangenheit angehören. Nach Angaben des Kommissars stellt die EU-kommission für die Entwicklung von "5G" in fünf Jahren 700 Millionen Euro zur Verfügung. Die Industrie investiere derweil den fünffachen Betrag in die Entwicklung des Systems, das damit 2020 marktreif sein könnte. Die EU werde die erforderlichen Rechtsgrundlagen bis 2018 schaffen. Auf Fragen von Abgeordneten erklärte Oettinger, die Mobilfunkunternehmen würden ihre Einnahmen wie bisher erzielen. Erfreut zeigte sich Oettinger auch über den Erhalt europäischer Kompetenz in der Satellitennavigation. Mehrere deutsche Automobilhersteller hatten das Kartensystem des finnischen Herstellers Nokia erworben und wollen damit ein Gegengewicht zum Kartendienst des amerikanischen Konzerns Google bilden. Oettinger rief zu verstärkten Anstrengungen für die Digitalisierung der Wirtschaft auf. Im Vergleich zu den USA würde Europa noch zurückliegen. Die amerikanische Strategie bestehe offenbar darin, über den digitalen Vorsprung auch zu einer wirtschaftlichen Überlegenheit zu kommen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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