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Johanna Metz
NGOs weltweit unter Druck

Die Präsidentin des Hilfswerks der evangelischen Landeskirchen und Freikirchen in Deutschland "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, hat vergangene Woche im Entwicklungsausschuss eine zunehmende Einschränkung der Handlungsfähigkeit nichtstaatlicher Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit beklagt. "Die Zivilgesellschaft ist weltweit unter Druck geraten", urteilte die Pfarrerin. Auch Partnerorganisationen, wie CASA in Indien, seien massiv betroffen. So würden immer häufiger Gesetze erlassen, die es Nichtregierungsorganisationen untersagten, Gelder aus der Ausland zu empfangen. "Dabei sind diese Akteure extrem wichtig", betonte Füllkrug-Weitzel. Sie böten soziale Dienstleistungen an und seien Sprachrohr für marginalisierte Gruppen.

Martin Bröckelmann-Simon, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, sagte, die kirchlichen Zentralstellen in Deutschland arbeiteten weltweit mit 2.400 Partnern zusammen. Seit 1962 seien 24.000 Projekte mit Bundesmitteln in Höhe von 7,8 Milliarden Euro finanziert worden. Ziel sei die Armutsbekämpfung "ohne Ansehen von Religion, Ethnie, Geschlecht oder Herkunft". Projekte, die der Missionierung dienten, würden nicht gefördert.

Die Abgeordneten lobten das Engagement beider Organisationen und begrüßten die im Haushaltsentwurf der Bundesregierung (19/1700) geplante Aufstockung der Mittel für entwicklungspolitische Vorhaben der Kirchen von 261 Millionen Euro im Vorjahr auf 301 Millionen Euro.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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