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atomabfall
Susanne Kailitz
Experten zur Endlagersuche

Damit die Endlagersuche für Atomabfälle ablaufen kann wie geplant, soll der Bundestag möglichst rasch ein Geologiedatengesetz verabschieden. Darum haben Experten in einem öffentlichen Fachgespräch des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in der vergangenen Woche gebeten; es handelte sich um die Vorsitzenden dreier Einrichtungen, die nach dem Beschluss des Bundestags zum Atomausstieg vom Juni 2011 gegründet worden waren: Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) und das Nationale Begleitgremium (NBG).

Wolfram König vom BfE sagte, in der aktuellen Phase gehe es um eine Auseinandersetzung mit Daten, die für die zweite Phase der obertägigen Erkundung und schließlich die dritte Phase der untertägigen Erkundung möglicher Endlager gebraucht würden. Ein Teilgebietsbericht werde im Jahr 2020 erwartet, dann seien mögliche Standortregionen identifiziert. Es sei die große Herausforderung, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und entsprechende Beteiligungsformate zu entwickeln. Bisher habe man mit Infocontainern rund 20.000 Menschen im ganzen Land erreicht. Dabei sei festzustellen, dass es schwer sei, junge Menschen zu erreichen - diese müssten aber in der Zukunft an dem Prozess der Endlagersuche, teilnehmen.

Rechte Dritter Für Steffen Kanitz, den Vize-Vorsitzenden der BGE, ist die dringendste Herausforderung, zu einem geregelten Umgang mit Daten zu kommen, an denen Rechte privater Dritter bestehen und die zahlungspflichtig erstellt worden sind. Laut Gesetz müssten die Daten im Rahmen der Endlagersuche veröffentlicht werden. Dafür sei eine Abwägung von Eigentümerrechten und öffentlichem Interesse nötig. Er habe die Hoffnung, dass es bis dahin ein Geologiedatengesetz gebe. Derzeit arbeite seine Behörde an etwa einer Millionen Datensätzen. Geprüft würden Ausschlusskriterien wie etwa Erdbebenregionen, schwierig sei es aber, wenn es um Voraussagen für die Zukunft gehe. Der Atommüll müsse für eine Million Jahre sicher gelagert werden, aber Prognosen über Vulkantätigkeiten der Bewegungen unter Tage für einen solch langen Zeitraum seien kompliziert.

Auch der Co-Vorsitzende des NBG, Klaus Töpfer, mahnte ein Geologiedatengesetz an. Auch die Zwischenlagerfrage müsse noch einmal gestellt werden. Sein Gremium habe in den vergangenen Monaten mehrere Zwischenlager besucht, obwohl es daran Kritik gegeben habe. Aber genau sie seien die Orte, an denen gelernt werden könne - indem man überprüft, was schief gelaufen ist.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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