Inhalt

Industrie 4.0
Kristina Pezzei
Smart, digital, innovativ

Kann die deutsche Industrie die Digitalisierung nutzen, um sich auf einem neuen Markt an der Weltspitze zu etablieren? Über das Ausloten des "smarten" Potenzials der Wirtschaft diskutierten die Abgeordneten am Donnerstag im Bundestag. Anlass lieferte die FDP-Fraktion mit einem Antrag (19/14030), in dem sie auf eine Innovationsoffensive dringt, um die Industrie fit für den digitalen Wandel zu machen. Die größte Herausforderung für die Industrie sei, die Chancen des Wandels zu nutzen, heißt es in dem Antrag. "Die Vernetzung eingebetteter Systeme mit wirtschaftlichen Abläufen in Unternehmen ist der Übergang zur vierten industriellen Revolution", so die FDP. Die sich ergebenden Möglichkeiten könnten der Wirtschaft die notwendigen Produktionszuwächse verleihen. Deutschland mit seinem wirtschaftlichen und Forschungsprofil könne hier Marktführer werden.

Die FDP-Abgeordneten fordern Nachbesserungen bei der Hightech-Strategie der Bundesregierung vor allem mit einer transparenten Erfolgskontrolle sowie bei der steuerlichen Forschungsförderung. Die 120 in Deutschland bestehenden MINT-Regionen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sollen gestärkt, eine Plattform zum beschleunigten Transfer von der Grundlagenforschung zur Künstlichen Intelligenz zu deren technologischen Anwendungen aufgebaut werden.

Gigabit-Infrastrukturen müssten sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk flächendeckend angeboten werden. Den Abgeordneten schwebt ein Gigabit-Gutschein-System zur Teilfinanzierung der Glasfaseranschlüsse von Unternehmen vor, um die vorhandenen Bundesmittel für den Digitalausbau effizienter einzusetzen. Die Erlöse künftiger Frequenzversteigerungen sollten ausschließlich für den Ausbau der digitalen Infrastruktur genutzt werden, etwa indem die Einnahmen im Rahmen sogenannter Rückwärtsversteigerungen zur Schließung von weißen Flecken eingesetzt werden. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie überwiesen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2021 Deutscher Bundestag