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Aschot Manutscharjan

Beim Einsatz von Nuklearwaffen oder bei Unfällen in Kernkraftwerken starben bislang Hundertausende Menschen, die Gesundheit der Überlebenden wurde schwer geschädigt und die Natur verseucht. Betroffene Orte kennen wir alle: Hiroshima und Nagasaki, Tschernobyl und Fukushima. Andere gerieten in Vergessenheit. In seinem exzellenten Buch nimmt der renommierte britische Wissenschaftsjournalist Fred Pearce seine Leser mit auf eine Reise zu den Stätten nuklearer Unfälle. Pearce hofft, dass das "nukleare Zeitalter" bald der Vergangenheit angehört und warnt vor der Produktion waffenfähigen Plutoniums und die fortbestehende Gefahr nuklearer Anschläge.

Das Kraftwerk Fukushima wurde von einem Damm geschützt, der über zehn Meter hoch war und ausreichend Schutz zu bieten schien. Das glaubte man zumindest bis zum 11. März 2011. Nach einem Seebeben traf ein Tsunami auf die Küste Japans. Die Wellen waren 14 Meter hoch, überspülten den Damm und das Wasser unterbrach die externe Stomversorgung der Reaktoren.

"Das hatte niemand vorausgesehen", schreibt Pearce. Dieser Satz wäre ein treffender Titel für sein Buch. Denn die beschriebenen Katastrophen haben eines gemeinsam: Sie gehen auf menschliches Versagen zurück und geschehen im Namen von Frieden, Wissenschaft und Wohlstand. So zum Beispiel im amerikanischen Rocky Flats: Dort entzündeten sich 1957 spontan Plutoniumspäne. In der Anlage - für die lokale Bevölkerung handelte es sich um eine Fabrik für Haushaltschemikalien - wurden die Plutoniumkerne für die 70.000 Bomben des US-Atomwaffenarsenals hergestellt.

Deutschland sei zur "Pionierarbeit verdammt", nachdem es die "erlösende Entscheidung" getroffen habe, aus der Atomenergie auszusteigen, meint Pearce. Jetzt gehe es darum, den Atommüll sicher und umweltverträglich zu entsorgen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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