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KULTUR
Alexander Weinlein
Mehr Geld in Corona-Zeiten

Rund 1,94 Milliarden Euro sollen Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. Damit sei der Kulturetat seit ihrem Amtsantritt 2013 um gut 60 Prozent gestiegen, rechnete Grütters vor. Im Zuge der Corona-Pandemie habe die Bundesregierung zudem eine Milliarde Euro zusätzlich für den Kultursektor bereitgestellt. Eine Kulturjournalistin habe ihr erst kürzlich bestätigt, dass in keinem Land weltweit die Kultur in Corona-Zeiten so "üppig" unterstützt werde, führte Grütters in der vergangenen Woche vor dem Bundestag während der Haushaltsberatungen aus.

Bei der Opposition verfing das Eigenlob jedoch kaum. Es fehle an einem wirksamen Schutzschirm für Kultur- und Medienschaffende, kritisierte Doris Achelwilm (Linke). Es brauche mehr "substanzielle und passgenaue Hilfen". Erhard Grundl (Grüne) warf der Regierung vor, sie zucke nur mit den Schultern angesichts der existenzbedrohenden Lage vieler Kulturschaffender. Marc Jongen (AfD) hielt Grütters gar vor, die Regierung habe die Kulturszene mit den "völlig überzogenen Maßnahmen" in der Corona-Krise mit einem "Berufsverbot" belegt. "Sie haben damit tausende Existenzen vernichtet", behauptete Jongen.

Unterstützung bekam Grütters hingegen von Martin Rabanus (SPD). Er mahnte allerdings, die Förderkriterien angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie in den kommenden Wochen noch einmal zu untersuchen. Es müsse nicht nur Kulturinstitutionen geholfen werden, sondern auch den Künstlern.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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