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Aschot Manutscharjan
Kurz REZENSIERT

"Ich allein kann es in Ordnung bringen!" Dieser ehrgeizige Satz aus dem Juli 2016 schwebt über Donald Trumps Präsidentschaft. Mit seinem Weckruf "Ich bin eure Stimme" überzeugte er Millionen Amerikaner, ihm ihre Stimme zu geben. Sie fühlten sich von den liberalen Eliten verhöhnt und von einer globalisierten Wirtschaft gedemütigt. Fakt ist aber auch, dass Trump nur dank eines undemokratischen Wahlsystems an die Macht gelangen konnte. Die Bilanz von Philip Rucker und Carol Leonnig nach vier Jahren fällt verheerend aus: Seit dem Moment, in dem Trump seinen Amtseid ablegte und schwor, die Verfassung zu verteidigen, "regierte er hauptsächlich zum eigenen Schutz und Nutzen".

Den beiden Journalisten der "Washington Post" ist das ultimative Buch über Trumps Präsidentschaft gelungen. Zudem ist es glänzend geschrieben - wie von Pulitzer-Preisträgern nicht anders zu erwarten ist. Für das Buch führten sie Interviews mit mehr als 200 Gesprächspartnern, darunter Mitarbeiter und Berater der Trump-Regierung. Viele der Interviewten befürchteten Vergeltungsmaßnahmen des Präsidenten und äußerten sich daher nur anonym. In sorgfältig rekonstruierten Szenen wird gezeigt, wie Präsident Trump regiert.

In chronologischer Reihenfolge schildern die Journalisten Trumps "prahlerisches Streben nach Macht". Sie beschreiben den Prozess der Entscheidungsfindung in seiner Regierung, der allein der "egoistischen und gedankenlosen Logik eines einzigen Mannes" folgt. Am Ende der Amtsperiode gehe es Trump und seinen Beratern, von denen inzwischen fast ein Drittel nur noch dritte Wahl ist, allein ums eigene politische Überleben. Damit stellen sie "die Stärke der Demokratie" auf eine harte Probe. Rucker und Leonnig kritisieren auch die republikanischen Abgeordneten: Sie hätten zu vielen Übergriffen Trumps nur "ängstlich geschwiegen".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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